„Krebs Nein Danke!: Mentale StĂ€rke und wilde KrĂ€uter – meine Mitstreiter“ von Angelika Wagener

Rezension Button

Inhalt: Angelika Wagener, bekannt als Autorin vieler BastelbĂŒcher und Bastelqueen im Teleshopping war auf dem Höhepunkt Ihrer Karriere. Beruflich und privat schwebte sie auf Wolken. Aus diesem heiteren Himmel traf sie die Krebsdiagnose wie ein Hammerschlag. War es das jetzt? War mit 57 Jahren alles vorbei? UnzĂ€hligen an Krebs erkrankten Menschen gehen die gleichen Gedanken durch den Kopf. Nach der ersten Schockstarre beschloss die Autorin den Kampf gegen den Krebs aufzunehmen. Sie ĂŒberließ die BekĂ€mpfung dieser heimtĂŒckischen Krankheit nicht nur ihren behandelnden Ärzten, sondern suchte nach Wegen, die schulmedizinischen Behandlungen zu unterstĂŒtzen. Lesen Sie, wie und ob es ihr gelang und was Angelika Wagener aus dieser Erkrankung fĂŒr ihr weiteres glĂŒckliches Leben gelehrt hat. Nehmen Sie teil an ihren Erfahrungen und prĂŒfen Sie, ob ihre RatschlĂ€ge auch fĂŒr Sie umsetzbar sind. Mit viel FingerspitzengefĂŒhl, praktischen Tipps und einem großen Schuss Humor geschrieben; versucht dieser autobiographische Ratgeber vielen betroffenen Menschen und deren Angehörigen Kraft und Mut zu geben.

Mein Fazit: Das vorliegende Buch bekam ich als Taschenbuch direkt von der Autorin Angelika Wagener zur VerfĂŒgung gestellt. Meine Rezension ist davon nicht beeinflusst.

Zum Cover 
 schlicht und, mit dem Abbild der Autorin selbst, schön gestaltet.

Klick zum Buch

Zur Geschichte bzw zum Buch 
 die Autorin Angelika Wagener nimmt uns hier mit zu ihrer Reise, von der Diagnose Brustkrebs zur Genesung. Dies macht sie sehr anschaulich und bietet gleichzeitig einige Dinge, die ihr geholfen haben. Ich war sehr angetan, wie anschaulich sie ihren Krankheitsverlauf mit ihrem Leser teilt. Wer sich darauf einlassen möchte, dem kann ich dieses Buch empfehlen.

Daten zum Buch

gelesene Version: Taschenbuch

Seitenzahl: 112 Seiten

Verlag: Tribus Verlag

Meine Bewertung:

4 BĂŒcher
4 BĂŒcher

Hier noch einige Informationen zur Autorin Angelika Wagener:

FB-Account von Angelika Wagener

Wer nun das Buch auch gerne lesen möchte, der findet es unter anderem beim großen A. Viel Spaß beim Lesen und bis zum nĂ€chsten Buch.

GrĂŒĂŸle eure Ela 

Nachsorge Up Datet

Brustkrebsschleife

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Ich hatte gestern wieder meinen jĂ€hrlichen Nachsorgetermin in der Strahlenklinik. 

Es ist alles in Ordnung. 

Die Ärztin, die bei mir die Nachsorge gemacht hat, hat mir einige Dinge gerade gerĂŒckt und dennoch wird sie sich nun mit meinem Radiologen, bei dem ich zur Mammographie bin, besprechen. Denn ich habe noch immer Schmerzen in der operierten Brust. Sie hat diese abgetastet und auch gemeint, dass sie die VerhĂ€rtungen spĂŒre. Jedoch soll ich mir deshalb keine Gedanken machen. Sie wird mit meinem Radiologen sehen, ob ich zusĂ€tzlich zur Mammographie noch eine Sonographie bekommen solle. Dies wĂŒrde sie in ihrem Schreiben an meine GynĂ€kologin dann empfehlen. Ich denke, und hoffe, jedoch, wenn die beiden dies beschließen, dass man mich dann anruft, denn mein nĂ€chster GynĂ€kologentermin ist erst im August. 

Dennoch bin ich soweit beruhigt und gehe auch nicht davon aus, dass irgendwas gravierendes ist. Ich muss einfach mehr Geduld haben und dann sind auch die Schmerzen in und um die Brust irgendwann weg.

Und damit seit auch ihr wieder auf dem neuesten Stand in Sachen Krebs bei mir.

GrĂŒĂŸle eure Ela

Krebsi fragt Krebsi – mit Anett

Krebsi fragt Krebsi

Mein Herzensprojekt geht in die nĂ€chste Runde. Auch diesen Krebsi habe ich im Social Media kennengelernt und konnte sie, die liebe Anett, ziemlich schnell fĂŒr das Interview gewinnen. Doch lest selbst einmal, was sie zu sagen hat.

~~~

Wer bist du? Mein Name ist Anett, ich bin 44 Jahre alt, gelernte Arzthelferin und Mutter eines 18 jÀhrigen Sohnes. Ich lebe zusammen mit meinem Partner im schönen Westsachsen.

Anett BrĂŒnnig

Seit meiner Diagnose bin ich zu Hause, arbeite inzwischen stundenweise auf Honorarbasis als virtuelle Assistentin und psychoonkologische Beraterin und kÀmpfe seit 2019 um eine Erwerbsminderungsrente, weil ich auf dem regulÀren Arbeitsmarkt nicht mehr eingesetzt werden kann.

Aktuell mache ich einen Onlinekurs zum Meditationsleiter.

Ich gÀrtner gerne, gehe wandern und hab mich mutig zum Pilgern gegen Krebs angemeldet.

Wie heißt dein Blog/Homepage/Social Media-Seite? Mein Blog heißt „Horst muss sterben – Leben mit und nach Brustkrebs“

Welchen Krebs hast du und wann bekamst du deine Diagnose? Ich bekam im Juni 2018 die Diagnose invasives Mammakarzinom – Brustkrebs, schnell wachsend und schon ĂŒber 2cm groß.

Was waren deine ersten Gedanken nach der Diagnosestellung? Als erstes hab ich mir allen Ernstes Sorgen um unseren geplanten Schwedenurlaub gemacht. Ich weiß nicht wie oft ich das wĂ€hrend dem GesprĂ€ch den Arzt im Brustzentrum gefragt habe. Wir lachen da noch heute drĂŒber und ich hab natĂŒrlich dem Arzt ne Postkarte aus Schweden geschrieben.

Dann hatte ich neben Watte eigentlich erst mal die anderen im Kopf.

Wie bring ich das meinem Sohn bei?

Wie werden es meine Eltern verkraften?

Wie lang fall ich jetzt in der Praxis aus?

Ich könnte ja stundenweise arbeiten.

Und morgen sind wir ja zum Geburtstag eingeladen, na klasse.

Die Frau mit der Brustkrebs Diagnose war nicht ich! Ich bin die Arzthelferin, die jetzt alles organisiert.

Aber eins ploppte sofort als BauchgefĂŒhl auf – dann muss die Brust eben ab!

Das dieses GefĂŒhl richtig war, wussten wir dann 1 Jahr spĂ€ter.

Warum hast du dich entschlossen, einen Blog/HP zu starten bzw offen darĂŒber zu reden? Bloggen war mir nicht unbekannt und warum dann nicht ĂŒber Brustkrebs, ĂŒber meinen Brustkrebs?

Am Anfang hatte das auch mehr Tagebuch Charakter,  im Laufe der Zeit wurde es informativ,  aufklĂ€ren und Mut machen.

Und was möchtest du damit erreichen? Einerseits ist es meine Art das Ganze zu verarbeiten. Andererseits wußte ich durch meine Arbeit als Arzthelferin, das Krebs ein Tabuthema ist und mit Klischees behaftet. Das wollte ich Ă€ndern und ich wollte auch meinem direktem Umfeld die Angst nehmen und mir auch, wenn ich ganz ehrlich bin.

Jetzt drei Jahre nach der Diagnosestellung möchte ich aufklĂ€ren, Tips geben, Mut machen und der Welt da draußen zeigen was es bedeutet mit dieser Diagnose,  der Behandlung und ihren Folgen zu leben.

Foto privat

Was möchtest du Neuerkrankten gerne mit auf ihren Weg geben? Verliert nicht den Mut! Ihr dĂŒrft traurig,  wĂŒtend, frustriert,  enttĂ€uscht oder was auch immer sein, aber verliert nicht den Mut!

Kommuniziert offen! Sprecht oder schreibt darĂŒber, auch ĂŒber eure Ängste oder das ihr gerade nicht weiter wisst. Euren Familien und Freunden geht es genauso und nur all zu of trauen die sich nicht zu fragen.

Bittet um Hilfe, sucht euch Hilfe und lernt Hilfe anzunehmen!

Ich weiß, das ist nicht einfach. Ich war und bin ein Macher und musste das auch lernen.

Es kommt der Punkt da braucht ihr Hilfe und ich habe oft bemerkt, das es Familie und Freunden gut tut, kleine Aufgaben ĂŒbernehmen zu können. EinkĂ€ufe,  Fahrten zum Arzt, im Haushalt helfen, kochen,  spazieren gehen und so vieles mehr.

Auch Selbsthilfegruppen kann ich da wirklich empfehlen und nicht zu vergessen Fachleute wie psychoonkologische Berater und Psychoonkologen.

DAS LEBEN GEHT WEITER UND ES IST TROTZDEM ODER GERADE DESWEGEN SCHÖN!!!

Ihr werdet nicht alle Tage glatzköpfig und sterbenskrank mit Übelkeit in der Ecke liegen!

~~~

Vielen lieben Dank fĂŒr deine ehrlichen und wundervollen Antworten liebe Anett.

Wer von meinen Lesern nun gerne mehr wissen möchte von Anett, dann kommentiert einfach unter diesem Beitrag. Anett und ich wĂŒrden uns sehr darĂŒber freuen. Und denkt daran, auch wenn wir Krebs haben, wir beißen niemanden, der uns was fragt.

GEBT ACHT AUF EUCH!!!

GrĂŒĂŸle eure Ela 

Krebsi fragt Krebsi – mit Antje

Krebsi fragt Krebsi

Es geht mal wieder mit meinem Herzensanliegen „Krebsi fragt Krebsi“ weiter und dieses Mal durfte ich eine fĂŒr mich sehr wichtige Person interviewen. Die sĂŒĂŸe Antje. Ganz am Anfang meier Diagnose, was sie die Person, die mich aufgefangen hat. Ich konnte, und kann noch, stets mit all meinen Fragen und Sorgen bezĂŒglich meiner Erkrankung kommen und dafĂŒr bin ich ihr unendlich dankbar. Doch lest einfach selbst einmal, was Antje mir geantwortet hat.

Wer bist du?

Eines vorweg
Michaela hat gesagt ich darf so viel erzÀhlen wie ich will J 
ob das gut ist, wird man sehen


Also, ich bin Antje
ich komme aus Bremen und geh mittlerweile auf die 50 zu
ich kann sie quasi schon am Horizont erahnen und ein bisschen erkennen


Foto © Antje C.

Ich bin Stationspflegeleitung auf einer gynĂ€kologischen Station und in meiner Freizeit bin ich vielseitig unterwegs
zum Beispiel  blogge ich ĂŒber mein Leben, Musik und BĂŒcher


ĂŒber das Schreiben habe ich gelernt meine Gedanken in die Welt zu lassen
sie mir von der Seele zu nehmen


Ich zeichne sehr gerne – habe vor 2 Jahren fĂŒr mich dabei Sketchnote entdeckt
seit dem sketchnote ich fast jeden Tag irgendetwas aus meinem Alltag oder aus einem Buch, das ich gerade lese oder Musik, die ich höre und die mich berĂŒhrt


Ich lese fĂŒr mein Leben gern
am liebsten abends im Dunkeln
so entstand dann auch mein Blog „www.LesenimDunkeln.de“


Titelbild von Antjes Blog #fack.ju.krebs

Mit meinem Mann, meinem Sohn und meinem Vater habe ich seit letztem Jahr eine Parzelle – auch darĂŒber gibt es viel zu berichten
da teilen mein Mann und ich uns den Blog „www.punk-gemuese.de“


Ich geh gern wandern und auf Konzerte – wenn Corona es wieder zulĂ€sst
am liebsten verbringe ich meine freie Zeit aber mit meinem Mann – meinem Seelenmenschen
meinem Komplizen
besten Freund
Liebhaber
Ehemann
Vater meines Sohnes
und da ist dann schon fast egal was wir machen
manchmal einfach nur schweigen
manchmal bis spĂ€t in die Nacht reden – ĂŒber Gott und die Welt
manchmal Geschichten zusammen spinnen die nie jemand außer uns hören wird


Wie heißt dein Blog/Homepage/Social Media-Seite?

Der Blog mit dem alles begann und ich mein altes Leben hinter mir ließ, heißt, wie sollte es anders sein, FACKJUKREBS

Hier geht es um meine Erkrankung und Therapie
um meine GefĂŒhle
um Gedanken, die die Erkrankung mit sich brachte und immer noch bringt


begonnen hat das damals auf einer Facebookseite mit dem Namen „Therapie-Tagebuch“


genau das war es nÀmlich
mein Tagebuch
meine Gedanken
irgendwann reichte mir das nicht mehr aus und mein Mann musste mir einen Blog basteln


wer Lust hat kann mich dort gern besuchen, auch wenn es mittlerweile ruhiger geworden ist, freu ich mich immer ĂŒber neue Leute


www.fackjukrebs.de

oder

www.facebook.com/tagebuchac

Welchen Krebs hast du und wann bekamst du deine Diagnose?

Ich habe Brustkrebs
Hormonrezeptor positiv


Heißt mein Krebs wurde gefĂŒttert von den Östrogenen meines Körpers


Meine Diagnose bekam ich Anfang April 2015 – genauer gesagt am 10.04.2015


Festgestellt hatte ich meinen Knoten allerdings schon am 04.04. – Ostersamstag
einfach so nach dem duschen
beim eincremen


hĂ€? was war‘n das?
noch mal drĂŒber gegangen
Blutleere im Kopf
scheiße
die Brust sieht auch anders aus


Das kann nicht sein
was mach ich denn jetzt?

Krebs ist kein Notfall (bekam auch ich von einer Ärztin zuhören) – das kann man aber auch nur von sich geben, wenn man auf der anderen Seite des Tisches sitzt
ich fĂŒhlte mich definitiv wie ein Notfall
ich hatte das GefĂŒhl, das hier ein Angriff auf mein Leben gestartet wird
und keiner kann mir helfen
ich muss noch drei Tage warten, bis mir ein Arzt weiterhelfen kann


Collage © Antje C.

Was waren deine ersten Gedanken nach der Diagnosestellung?

Meine ersten Gedanken weiss ich noch sehr genau
die Zeit bis ich aber meinen Befund bekam, war ein stÀtiges auf und ab


der Ultraschall gar nicht so schlimm


die Mammographie komplett ohne Befund
hĂ€tte es nicht diesen Tastbefund gegeben, wĂ€ren die Bilder als unauffĂ€llig durchgegangen…

als ich meine Stanze bekam, sagte die Ärzte „bleib mal ganz ruhig
das Material sieht erstmal okay aus
das kennen wir auch anders“…

fĂŒr mich war zu diesem Zeitpunkt aber schon klar, was das alles bedeutet
ich bin Krankenschwester, in der GynĂ€kologie


einen Monat vorher hatte ich gerade meine PrĂŒfung in der Weiterbildung „Breast Nurse – Fachkrankenschwester fĂŒr Brusterkrankungen“ abgelegt
mein Thema war „die Brustselbstuntersuchung“


tja hat geklappt wĂŒrde ich sagen
der getastete Befund hatte eine GrĂ¶ĂŸe von 7 mm


aber ich schweife ab


man muss wissen, ich habe mich damals in die HĂ€nde meiner Ärzte begeben und auch behandeln lassen
mit denen ich auch sonst zusammen arbeite
somit war ich mit diesen Leuten auch auf DU
sie sind in gewisser Weise mein Zuhause
und genau das hat mir auch gut getan
kein anonymer Fall zu sein


da mein Mann damals gerade einen neuen Job angefangen hatte, wollte ich nicht das er mich zu den Untersuchungen begleitet
dafĂŒr war eine meiner besten Freundinnen an meiner Seite


als wir an diesem Freitag in die Ambulanz kamen um das Ergebnis der Stanze zu erfahren, war das sehr interessant
zumindest im Nachblick
es war gefĂŒhlt viel leiser
keiner vom Personal war zu sehen


dann kam die Ärztin und nahm uns mit
in ihrer Hand hielt sie eine stationĂ€re Akte
mein Gedanke? „oh sie hat sich schon mal gleich die Akte vom nĂ€chsten Patienten mitgenommen“
dann sitzt sie uns gegenĂŒber und sagt als erstes „es tut mir so leid“


ich höre den Satz und schaue einfach stumpf an ihr vorbei aus dem Fenster
meine Freundin greift meine Hand
da draußen vor dem Fenster steht ein Chirurg und raucht
mein Gedanke? „warum seh ich den eigentlich immer nur rauchen?“ 

und dann? Als hĂ€tte es einen Knall gegeben, hatte ich ganz plötzlich das GefĂŒhl „ich sitze im falschen Zug
das hier ist nicht mein Zug
ich muss hier raus
ganz schnell“
ich bin an diesem Tag in ein tiefes schwarzes Loch gefallen
allein hĂ€tte ich da niemals wieder raus gefunden
und ich bin froh das viele Menschen ganz spontan da waren und fĂŒr mich Hoffnung hatten, die ich selbst nicht aufbringen konnte…

heute weiß ich, es war alles richtig damals
es war mein Zug
und es war auch mein Koffer, der neben mir stand
manchmal hilft mir jemand ein bisschen beim tragen
aber es wird immer mein Koffer bleiben
und auch mein Zug


bis ich an diesen Punkt kommen konnte, verging aber sehr viel Zeit
viele TrÀnen flossen
viele Lach- und Sorgenfalten wurden gebildet


Warum hast du dich entschlossen, einen Blog/HP zu starten bzw offen darĂŒber zu reden? Und was möchtest du damit erreichen?

Mit meiner Diagnose hatte ich erst das GefĂŒhl allein zu sein
niemanden zur Last fallen zu wollen
mich verkriechen und schweigen
aber das ist Blödsinn
diese Erkrankung befĂ€llt nicht nur dich
sie befĂ€llt dein ganzes Umfeld
deinen Freundeskreis
deine Familie
deinen Partner
deine Kinder
die Arbeit
Bekannte
einfach alle die mit dir zu tun haben
meine eine Freundin sagt immer „so ein bisschen habe auch ich Krebs gehabt“
und jeder hĂ€ngt mit seinen eigenen Gedanken herum
keiner mag seine Ängste klar Ă€ußern
sind sie doch sehr verschieden
mein Mann hatte Angst das ich sterbe
er hat sich vor allem auch Gedanken darĂŒber gemacht wie er mit unserem Sohn allein klar kommen wird
ob es finanziell alles klappt
ich hatte Angst meinen Mann und meinen Sohn verlassen zu mĂŒssen
“vergessen zu werden“
ich wollt den beiden doch noch so lange auf den Geist gehen


Der Blog war erst nur mein Ventil
das was ich nicht aussprechen konnte, konnte ich aber schreiben
und wenn ich Freunde traf, dann wollte ich nicht immer beantworten wie es mir auf Grund der Krebserkrankung geht – ich wollte darauf nicht reduziert werden
ich wollte ĂŒber das Leben redenâ€ŠĂŒber die schönen Dinge
also bekamen sie alle den Link zu meinem Blog und die Aufforderung doch einfach dort zu lesen, wenn sie wissen wollten wie es gerade mit der Therapie aussieht
das hat gut funktioniert


Leute die mich besuchten, erzĂ€hlten mir einfach aus ihrem Leben
sehr selten hatte der Krebs eine große Rolle darin gespielt
nach und nach fanden aber auch andere Brustkrebserkrankte ihren Weg auf meinen Blog
sie sprachen mir Mut zu
holten sich selbst aber auch eine Portion Mut bei mir ab
es wurde ein Nehmen und Geben daraus…und das tat gut und tut es noch heute
und, ich war definitiv nicht allein
ich lernte ĂŒber den Blog mich immer wieder auf das Positive zu konzentrieren
im Netz findet man leider halt oftmals nur negatives
Menschen denen es nicht gut geht, die aber auch kein Licht sehen wollen
die du mit positiven Worten nicht erreichen kannst
davon wollte ich mich distanzieren
die taten mir einfach nicht gut
alles Doofe hat auch immer etwas positives
nicht immer sofort erkennbar
aber trotzdem da
und das galt es fĂŒr mich zu entdecken
es gibt von mir mehr lachende als weinende Fotos aus dieser Zeit
mein Sohn hat immer Bilder gemalt mit lĂ€chelnden Gesichtern
immer mich zwischen ihn und seinem Vater
das hat mir gezeigt, wie auch er mich mit seinen 6 Jahren wahr nimmt – lĂ€chelnd, aber Schutz und Halt suchend


Zeichnung © Sohn von Antje C.

Um auf die Ausgangsfrage zurĂŒck zu kommen – mein Blog soll anderen Menschen Mut machen
sie nicht die Hoffnung verlieren lassen
Brustkrebs zĂ€hlt zu dem chronischen Erkrankungen
egal wie gut oder schlecht deine Prognose ist
es wird dich dein restliches Leben begleiten
manchmal nur still und leise
manchmal in Form von Angst
oder auch von Schmerzen


Was möchtest du Neuerkrankten gerne mit auf ihren Weg geben?

Such die Menschen die dir gut tun
meide die anderen
 vertraue auf dich und deine GefĂŒhle – du weißt am besten was gut fĂŒr dich ist
und wenn die Angst kommt, dann versuch sie zuzulassen
schick sie dann aber auch weiter
das ist nicht einfach
das weiß ich selber
ich hatte einen schönen Spruch den ich mir auch heute noch in Erinnerung rufe, wenn die Angst mal wieder ĂŒbermĂ€chtig wird

„Wenn wir uns stĂ€ndig Sorgen machen, fallen wir einzig und allein unseren Fantasien zum Opfer und sind unfĂ€hig zu handeln, weil es eben Fantasien und nicht Tatsachen sind, die uns bedrohen.“

Seit damals ist nichts mehr wie es wahr
ich habe 5 Jahre gebraucht um die Worte einer Psychologin zu verstehen, die von einer „Posttraumatischen Belastungsstörung“ sprach
aber, in meinem heutigen Leben 2.0 wĂ€re nichts wie es ist, wenn es damals nicht gewesen wĂ€re wie es war
mein Leben ist schön
ich liebe es
und ich lebe es mit all meinen Sinnen
und all seinen Facetten


~~~

Liebe Antje, vielen lieben Dank fĂŒr deine ausfĂŒhrlichen Antworten und den Einblick in deiner Krebserkrankung und wie du damit umgehst. Auch Danke ich dir persönlich vielmals, dass du stets ein offenes Ohr fĂŒr mich hast. Bleib wie du bist, ich hab dich lieb.

~~~

Ich hoffe, dass ihr anderen das Interview interessant und informativ fandet. Ist vielleicht ein weiterer Krebsi hier gelandet und hÀtte Lust sich meinen Fragen zu stellen? Dann schreibt mich einfach per Mail (im Impressum) an.

Bleibt alle gesund bzw werdet es schnell wieder.

GrĂŒĂŸle eure Ela 

Krebsi fragt Krebsi – mit Astrid

Krebsi fragt Krebsi

Es ist wieder soweit und ich konnte wieder einen Krebsi gewinnen, der mir bei meinem Herzensprojekt hilft. Ich möchte ja damit erreichen, dass niemand mehr angst vor dem Thema Krebs hat und auch uns Krebsis darauf anspricht.

Dieses Mal konnte ich wieder eine meiner lieben Autorinnen gewinnen und zwar die liebe Astrid Hannemann. Eines ihrer BĂŒcher (Link) habe ich vor einigen Jahren hier vorgestellt, ja und als ich die Diagnose bekam, war auch sie eine der ersten, die mir ihre Hilfe im Umgang damit anbot und heute nun ist sie auch bei meinem Projekt dabei.

Ich habe ihr, wie den anderen bisher auch schon, meine Fragen stellen dĂŒrfen und nun lest einfach mal, was sie zu erzĂ€hlen hat.

Wer bist du?

Fotos © Astrid Hannemann

Ich bin Astrid, im August 1960 geboren, somit unverwĂŒstliche 60 Lenze alt und seit letzten Herbst im Vorruhestand. Was ich ausgiebig genieße.

Wie heißt dein Blog/Homepage/Social Media-Seite?

Einen Blog oder Homepage habe ich bisher nicht, nur eine Facebook-Gruppe, die sich aber mit meinen Romanen beschÀftigt und nichts mit Krankheiten zu tun hat..

Welchen Krebs hast du und wann bekamst du deine Diagnose?

Im September 2012 wĂ€hrend einer Vorsorge Untersuchung wurde  bei mir  ein Knoten in der Brust festgestellt, worauf hin meine Ärztin mich zu einer Biopsie schickte.

Das Ergebnis war dann leider positiv. Zu meinem GlĂŒck ist aber nach der Behandlung bisher nichts Neues aufgetreten.

Was waren deine ersten Gedanken nach der Diagnosestellung?

Nach der Diagnose hab ich erstmal gar nicht groß drĂŒber nachgedacht. Okay, ich hab Krebs. Haben tausende andere auch. Und jetzt werden einige lachen und die anderen den Kopf schĂŒtteln:

Ich bin als erstes zum Chinesen und hab mir ein ausgiebiges Mittagessen im Restaurant gegönnt. Dann bin ich zu Schwester und Schwager (meine Schwester arbeitet in einem medizinischen Beruf und konnte das fachchinesisch fĂŒr alle besser deuten). Ich glaube, alle Verwandten waren betroffener als ich selbst. Nachdem es sich rum gesprochen hatte, kamen Kommentare wie: „Ach du Arme! Wie schrecklich, was machst du denn jetzt? Ich wĂŒrde nur in der Ecke sitzen und heulen. Und Chemo, dann fallen dir doch alle Haare aus! Ausgerechnet du!“

Also, das war nun mein geringstes Problem. Haare wachsen auch wieder. Rum heulen hat mich noch nie vorwÀrts gebracht. Und warum ich NICHT? So besonders bin ich nicht, dass ich von allen Krankheiten verschont bleiben sollte. Augen zu und durch! Was keine Miete zahlt fliegt raus.

NatĂŒrlich war die Chemo eine ziemliche Plagerei. So viele Krebs Varianten es gibt, so viele Chemos gibt es auch. Trotz Mitteln gegen die Übelkeit war mir stĂ€ndig schlecht. Alles hat nach Seife geschmeckt, ich war schlapp wie ein alter Hering. Ich bin 10 Schritte mit dem Hund raus und habe mich danach gefĂŒhlt als hĂ€tte ich einen Berg bestiegen. Und von der Bestrahlung danach hatte ich einen fetten Sonnenbrand unter dem Arm. Aber nie bin ich auf den Gedanken gekommen, die Krankheit ĂŒber mich herrschen zu lassen!

Beim Frisör hab ich rigoros die Haare militĂ€risch kurz abrasieren lassen – zu dem Zeitpunkt konnte ich die schon bĂŒndelweise vom Kopf nehmen – und mir zwei PerĂŒcken ĂŒber die Krankenkasse ausgesucht. Meine Frisörin hat geheult. WĂ€re es nicht Winter gewesen, ich wĂ€re ohne PerĂŒcke gegangen. Auf Fragen habe ich wahrheitsgemĂ€ĂŸ geantwortet aber ich wollte nie bemitleidet werden.

Ganz wichtig ist positive UnterstĂŒtzung der Familie. Ich hab ne tolle Schwester und Schwager, liebe Freunde und eine tolle Gemeinde um mich herum. Die mich oft besucht haben, fĂŒr mich eingekauft, mal was geputzt wenn ich nicht konnte. Und ich war immer ganz sicher der Tod ist nicht das Ende von Allem, nur eine TĂŒr. Es geht danach weiter. Wenn es mich derart treffen wĂŒrde dann ist das eben so.

Nach so einer Erkrankung sieht man aber die Welt doch aus einem anderen Blickwinkel. Hat ein besseres Auge und mehr SensibilitĂ€t fĂŒr kranke Menschen. Man geht immer mit einem mulmigen GefĂŒhl zur Kontrolle. Und ist sehr erleichtert wenn alles gut ist.

Warum hast du dich entschlossen, einen Blog/HP zu starten bzw offen darĂŒber zu reden? Und was möchtest du damit erreichen?

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Was möchtest du Neuerkrankten gerne mit auf ihren Weg geben?

Zum guten Schluss:

Gebt euch selbst nicht auf! Denkt positiv! UnterstĂŒtzt eure natĂŒrlichen SelbstheilungskrĂ€fte. Ich wĂŒrde heute keine Chemo mehr machen lassen ( die richtet zu viel Schaden an) sondern neben einer Bestrahlung mehr auf die Natur vertrauen.

Lasst die Krankheit nicht euer Leben bestimmen! Das ist nicht immer einfach aber machbar. Sprecht offen darĂŒber und versteckt euch nicht. Auch das hilft.

Und: Wer mag, darf sich gerne bei Gelegenheit mal mit mir unterhalten.

Ich arbeite derzeit am neuen Roman und freue mich schon auf die Veröffentlichung. Und ich gedenke noch viele Weitere zu schreiben!

In diesem Sinne!

Bleibt stark und gesund.

Eure Astrid

~~~

Liebe Astrid, vielen lieben Dank fĂŒr deine wundervollen Antworten und deinen Einblick in deine Krankengeschichte.

Wenn nun ein weiterer Krebsi Lust hat sich meinen Fragen zu stellen, so schreibt mich einfach per Mail (im Impressum) an.

Meinen Lesern möchte ich mit auf den Weg geben, geht offen mit dem Thema um und sprecht die Betroffenen ruhig an, wenn es nicht gewollt ist, dann werden sie es schon sagen. Im allgemeinen, wollen wir ganz normal behandelt werden und nicht mit Samthandschuhen.

In diesem Sinne, bleibt gesund und achtet auf euch und euren Körper.

GrĂŒĂŸle eure Ela 

Krebsi fragt Krebsi – mit Birgit

Krebsi fragt Krebsi

Mir ist klar, das wir heute Ostermontag haben und ich hoffe doch, dass ihr alle, ein ruhiges und wundervolles Osterfest mit euren Lieben hattet. Doch auch an solchen Tagen beschĂ€ftigt mich das Thema Krebs sehr stark. Nicht nur, weil mich selbst dieser miese Beifahrer erwischt hat, sondern eben auch, weil einfach zu hĂ€ufig darĂŒber geschwiegen wird. Genau deshalb habe ich diese Aktion auf meinem Blog ins Leben gerufen und durfte schon einige andere Betroffene interviewen, so wie auch heute wieder. 

Dieses Mal stand mir die liebe Birgit Rede und Antwort. Sie habe ich ĂŒber Instagram bzw die Cancer Unites-WhatsApp-Gruppe einfangen können. 

Lest doch einfach mal, was sie mir geantwortet hat:

Wer bist du?

Birgit Göttlich

Ich bin Birgit Göttlich, 50 Jahre alt und dreifach Mama von 2 Töchtern 14 und 24 Jahre und einem Sohn, der Aufgrund eines Nephroblastoms leider nur 3 Jahre alt werden durfte.

Wie heißt dein Blog/Homepage/Social Media-Seite?

Ihr findet mich auf Instagram unter: birgit_goettlich

Welchen Krebs hast du und wann bekamst du deine Diagnose?

Birgit mit ihrem JĂŒngsten wĂ€hrend der Chemo

Ich erhielt im Alter von 36 Jahren zum ersten Mal die Diagnose Brustkrebs Her 2 neu 3+.Mein 3. Kind war gerade erst 4 Monate alt und bereits im 6. Monat  der Schwangerschaft stellte ich AuffĂ€lligkeiten fest, die aber zunĂ€chst nicht als Krebs erkannt wurden. Statt Krabbelgruppe und Babyschwimmen stand nun fĂŒr mich OP, Chemotherapie, Bestrahlung, Antikörper und Antihormontherapie auf dem Programm. Weitere 5 Jahre spĂ€ter wurde bei der jĂ€hrlichen Mammographie ein Rezidiv entdeckt. Es entpuppte sich als DCIS und ich kam diesmal mit OP und weiteren 5 Jahren Antihormontherapie davon.

Was waren deine ersten Gedanken nach der Diagnosestellung?

Birgits Große mit ihrem Bruder, als dieser noch lebte.

Am Tag meiner Erstdiagnose dachte ich, dass sei mein Todesurteil und ich werde meine Kinder nicht aufwachsen sehen. Ich habe zum damaligen Zeitpunkt nicht geglaubt, dass man eine Krebsdiagnose ĂŒberleben kann. FĂŒr mich war damals Krebs = Tod. Zu viele Kinder hatte ich in dem Jahr mit meinem Sohn auf der Kinderonkologie  sterben sehen.

Warum hast du dich entschlossen, einen Blog zu starten bzw offen darĂŒber zu reden? Und was möchtest du damit erreichen?

Ich habe mich entschlossen darĂŒber zu schreiben, weil ich finde, dass Krebs immer noch ein Tabu Thema ist, mit dem sich Menschen nur auseinandersetzen , wenn Sie selbst oder ein naher Angehöriger erkranken. Als unser Sohn damals erkrankte, wurden wir plötzlich von vielen gemieden, als hĂ€tte er eine ansteckende Krankheit. Aussenstehende wissen oft nicht wie sie sich verhalten sollen. Ohne Haare wird man komisch angesehen , mit Haaren gefragt wieso man noch nicht wieder arbeitet, da man doch wieder gesund ist.

In erster Linie möchte ich Betroffenen Mut machen zu kĂ€mpfen. Mit meiner Geschichte möchte ich aber auch zeigen, dass Krebs wirklich jeden treffen kann, denn Krebs kennt kein Alter.  Ich möchte das Thema Krebs aus der Tabuzone holen, damit sich die Menschen mehr mit dem Thema auseinandersetzen, denn Vorsorge kann Leben retten. Je frĂŒher man Krebs entdeckt umso grĂ¶ĂŸer sind meist die Heilungschancen.

Was möchtest du Neuerkrankten gerne mit auf ihren Weg geben?

Allen Neuerkrankten möchte ich sagen, geht einfach einen Schritt nach dem anderen und setzt euch kleine Ziele. Seht die Therapie als Chance wieder gesund zu werden und nicht als Feind, auch wenn es euch manchmal schlecht gehen wird. Verliert nie die Hoffnung, denn es lohnt sich zu kĂ€mpfen. Wenn ihr möchtet vernetzt euch mit anderen Betroffenen oder entsprechenden Seiten, die immer ein offenes Ohr haben und euch aufkommende Fragen beantworten können. Wenn ihr in irgendeiner Form Hilfe benötigt, scheut euch nicht, danach zu Fragen und auch Hilfe anzunehmen. Es gibt ein Leben nach dem Krebs und keiner sollte allein kĂ€mpfen mĂŒssen.

Eure Birgit

~~~

Liebe Birgit, ich sage ganz lieben Dank fĂŒr deine Zeit und das du mir bei meinem Vorhaben geholfen hast. Ich wĂŒnsche dir und deiner Familie alles erdenklich gut und ich hoffe, wir bleiben in Kontakt.

~~~

FĂŒhlt sich ein anderer Betroffener auch angesprochen und wĂŒrde mir gerne bei meiner Blogaktion helfen wollen? Dann meldet euch einfach per Mail (im Impressum) bei mir.

Allen möchte ich sagen, Krebs kennt kein Alter und wir Betroffenen mĂŒssen nicht mit Samthandschuhen angefasst werden oder die Krankheit totgeschwiegen werden. Lasst uns gemeinsam drĂŒber reden, nur so erreichen wir mehr Akzeptanz.

In diesem Sinne, gebt acht auf euch und bleibt bzw werdet gesund.

GrĂŒĂŸle eure Ela 

Krebsi fragt Krebsi – mit Nadja

Krebsi fragt Krebsi


Es geht mit meiner mir wichtigen Blogaktion weiter und dieses Mal konnte ich einen anderen Krebsi gewinnen, mit dem ich ĂŒber Instagram in Kontakt gekommen bin. Ich durfte der lieben Nadja von Th!nk Pink meine Fragen stellen und schaut mal, was sie mir geantwortet hat:

Wer bist du?

Eine leidenschaftliche Chaosqueen von knapp 1,60 m with a touch of pink, die das Herz am rechten Fleck trĂ€gt. Eine Lady mit viel Stil, die so wie sie heißt einfach leben will und eine Mama von zwei mini.meÂŽs die in Mitten einer liebevollen Familienbranche mit Ihrem Mann dem Alltag zauberhaften Spirit verleiht. 

Nadja (fotografiert von Rita Rohde | HomeFotoStudio)


Als eigentliche AnĂ€sthesieschwester habe ich das Motto „komm, lass mal Leben retten“ neu definiert, denn der Himmel muss warten! Oder??? 

Wie heißt dein Blog/Homepage/Social Media-Seite?

Na, ganz typisch – wie soll es auch anders sein im Web: „think-pink.club“.
Aber auch bei Instagram zu finden unter think_pink.club wie auch auf Facebook think-pink.club oder ganz einfach Nadja Will 😉.

Welchen Krebs hast du und wann bekamst du deine Diagnose?

Mein ungebetener Gast Mr. Cancer nennt sich Brustkrebs. Ohne „save the date Karte“ hatte er 2017 heimlich Obdach gefunden- rechte Brust ohne weitere Besucher.

Die Diagnose war Freitag der 13. Oktober 2017. Dr Tag an dem mein Herzensprojekt quasi befruchtet wurde. Die 2,7 cm waren sozusagen die Geburtsstunden des think pink clubsÂź.

VerrĂŒckt aber wahr. 

Was waren deine ersten Gedanken nach der Diagnosestellung?

Da blieb mir nicht viel ĂŒbrig: tatsĂ€chlich waren die ersten Gedanken, dass meine grĂ¶ĂŸte Angst wahr geworden war an Brustkrebs zu erkranken- UND ich diesen Film sicher nicht mitspielen werde und ganz klar formuliert hab- den Bestatter bestellen zu lassen. 

Das war es dann. Zack Leben vorbei- ohne mit entscheiden zu dĂŒrfen?! Was sollte das denn? 

Dieses Drehbuch hat mich so wahninnig enttĂ€uscht
 ich war wie gelĂ€hmt, da ich von der engagierten Krankenschwester zur hilflosen kranken Schwester wurde! 


Mein behandelnder Chefarzt hatte mir aber den Deal meines Lebens vorgeschlagen:


„ich verspreche Ihnen was, ich mache Sie wieder gesund- aber die mentale Einstellung ist entscheidend, ok?!“ Ich bin den Deal eingegangen – hatte ich eine andere Wahl, außer zu vertrauen? Und aufgrund meines Behandlungsteams, meiner Familie & Freunde wie auch Kollegen war es mir möglich, Schritt fĂŒr Schritt fĂŒr das Leben zu kĂ€mpfen und an mentaler StĂ€rke zu wachsen! Der Chef hat sein Versprechen gehalten und ich habe quasi ein Tattoo im Kopf. Und meine Arbeitszone wurde zu meiner lebensrettenden Therapiezone. Klinik mal anders- und hier fĂ€ngt die Geschichte meines pinken Movement an- was machen eigentlich all die , die von dem ganzen klinischen, der Medizin und den Konditionen nichts wissen.

Kurz: mein Job war doch quasi meine Rettung- fing ja schon bei der Diagnose an. BelĂ€chelt hat mich meine niedergelassene GynĂ€kologin „Sie sind ein Hypochonder“ sagte Sie- es wĂ€ren Verspannungen in der Brust. Sie hat NIX getastet.

WÀre ich nicht die, die was von ihrem Körper und der Medizin versteht wÀren die 20-30 % nicht auf meiner Seite gewesen, heute noch da zu sein!

Warum hast du dich entschlossen, einen Blog/HP zu starten bzw offen darĂŒber zu reden? Und was möchtest du damit erreichen?

Das werde ich öfter gefragt. Ja warum eigentlich?? Genau aus der Erfahrung, dass mich nur noch eins da sein lĂ€sst: mein Beruf, mein Wissen und Ärzte die mich ernst genommen haben! 


Weil ich erfahren habe, was möglich ist und was nicht. In der Schwere der Erkrankung Krebs, dessen Therapie und dessen Aushalten begleitende Maßnahmen, Expertise und QualitĂ€t sind nicht einfach zu finden. Mehrwert schaffen, Wissen bĂŒndeln und fĂŒr jedes Individuum steht ein engagiertes Netzwerk zur VerfĂŒgung. SektorenĂŒbergreifend. Klinisch fehlt es an so vielen Informationen & Möglichkeiten, ein WIR das begleitet, bleibt und dir deinen Rucksack fĂŒr deinen Weg packt- ist all mein Engagement und dies meines Teams wert. Es ist die passende ErgĂ€nzung zur unabdingbaren, wertvollen Schulmedizin. 


Als AnĂ€sthesieschwester einer maximalen Versorgungsklinik, weiß ich wo, dass Gesundheitssystem LĂŒcken aufreißt. Klinisch erhĂ€ltst du eine Fallnummer- aber was passiert mit dir als Krebspatient, wenn du mal wieder im „Wartesaal KREBS“ freundlich Platz nehmen darfst?! Mit dem Denken aufrĂ€umen, Synergien schaffen und Bewusstsein fördern 
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Ziel: PrĂ€ventiv alle Ladies fĂŒr einem brustbewusstes Leben aufklĂ€ren, den jĂ€hrlich 70.000 Ladies die an Brustkrebs erkranken einen Platz bieten und Flugkraft mit Medizinern | Interessierten entwickeln.  

Ein WIR- gemeinsam statt einsam fĂŒr das Leben – gegen den Krebs!  

Was möchtest du Neuerkrankten gerne mit auf ihren Weg geben?

„Wenn es einen Glauben gibt, der Berge versetzen kann- so ist es der Glaube an die eigene Kraft!“
Marie von Ebner-Eschenbach

With a touch of pink,  eure Nadja

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Vielen lieben Dank liebe Nadja, fĂŒr die wundervollen und sehr informativen Antworten. Ich wĂŒrde sagen, wir alle habe dadurch ein wundervolles Bild von dir und deinem Blog erhalten. Damit dich nun auch noch mehr besuchen können, habe ich hier noch den Link fĂŒr alle mitgebracht. Schaut euch unbedingt mal um bei ihr, es lohnt sich.

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Hat nun noch ein anderer Krebsi Lust bekommen und wĂŒrde mir gerne einige Fragen beantworten? Dann meldet euch einfach per Mail (im Impressum) bei mir. Bis dahin…

…liebe GrĂŒĂŸle eure Ela

Krebsi fragt Krebsi – mit Patzi

Krebsi fragt Krebsi

Und endlich darf ich euch wieder einen Krebsi vorstellen, der mir bei meiner Mission ein besseren Umgang mit Krebspatienten, hilft. FĂŒr meine Aktion „Krebsi fragt Krebsi“ konnte ich dieses Mal eine liebe FB-Freundin gewinnen, die ich eigentlich durch eine Buchgruppe dort kennen gelernt habe und durch einige wundervolle und sehr intensive GesprĂ€che haben wir festgestellt, dass wir beide leider diesen miesen Beifahrer haben/hatten. Ja und da lang es nahe, dass ich sie einfach fragte, ob sie bei meiner Blogaktion mitmachen wĂŒrde und deshalb könnt ihr nun hier mein Interview mit meiner sĂŒĂŸen Patzi lesen. Viel Spaß dabei!

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Wer bist du?

Mein Name ist Patricia oder auch Patzi Metzger, bin 51 Jahre und wohne im Rhein-Main-Gebiet. 

Patzi

Wie heißt dein Blog/Homepage/Social Media-Seite?

Die meisten kennen mich unter meinem Autorennamen Sandrine Dupont. Auf Facebook und Instagram findet ihr mich unter diesem Namen. Oder auf meiner Homepage (www.sandrinedupont.de

Welchen Krebs hast du und wann bekamst du deine Diagnose?

Ich habe Ende Februar 2015 die Diagnose invasiv-lubolĂ€res Mama-Carzinom bekommen, also Brustkrebs. Diese Krebsform ist recht selten und verbreitet sich schnell im befallenen Gewebe. Der Tumor mit dem gesamten DrĂŒsengewebe und Warzenhof/Nippel wurde dann Mitte April 2015 entfernt. Dann folgte im heißesten Sommer des Jahrzehnts die 28 Bestrahlungen und im Februar 2016 der Wiederaufbau mit Gewebeentnahme aus der Bauchdecke.

Was waren deine ersten Gedanken nach der Diagnosestellung?

Mein erster Gedanke war keiner. Der zweite: „Warum ich?“ Ich bin im Jahr 2008 sehr schwer an der Leber erkrankt und hĂ€tte die OP*s im Jahr 2009 fast nicht ĂŒberlebt. Und dann Krebs? Was wollte mir das Schicksal damit sagen? FĂŒr mich brach eine Welt zusammen. Und auch meine gesamte Familie litt sehr. 

Warum hast du dich entschlossen, einen Blog zu starten bzw offen darĂŒber zu reden? Und was möchtest du damit erreichen?

Mir ist es wichtig zu zeigen, dass wir Betroffenen uns nicht verstecken mĂŒssen oder nicht ĂŒber unsere Erkrankung reden dĂŒrfen. Ja, es ist schwer zu ertragen, fĂŒr uns und auch fĂŒr unsere Freunde und Familienangehörigen. Aber es ist NICHTS, was totgeschwiegen werden muss. Es ist nicht unsere Schuld, daran erkrankt zu sein. Wir wurden nicht gefragt, ob wir diesen Krebs wollen oder ob es uns grad passt, dass unser Leben nie wieder so sein wird wie es mal war. Wir mĂŒssen die Öffentlichkeit aufrĂŒtteln und um VerstĂ€ndnis bitten. Denn diese Erkrankung verĂ€ndert alles. Und wir brauchen die Hilfe aller Menschen in unserem Umfeld. Nicht nur fĂŒrs Zuhören, sondern auch durch tatkrĂ€ftige UnterstĂŒtzung. Fragt nicht, wie kann ich helfen, sondern kommt vorbei und ĂŒbernehmt einen Teil unserer Hausarbeit zum Beispiel. Der Zusammenhalt ist so wichtig. Ich hatte diese UnterstĂŒtzung zum GlĂŒck. 

Was möchtest du Neuerkrankten gerne mit auf ihren Weg geben?

Versteckt euch nicht. SchĂ€mt euch nicht dafĂŒr, Hilfe zu brauchen und nehmt sie an, wenn sie angeboten wird. Denn nur, wenn wir uns gegenseitig unterstĂŒtzen, können wir das schaffen. Ihr seid nicht allein mit eurem Schicksal. Sucht euch Helfer, fĂŒr den Alltag und auch sonst. Niemand muss das allein ertragen. 

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Vielen lieben Dank Patzi, fĂŒr das wundervolle und aufschlussreiche Interview. Ich hoffe, dass damit auch jeder, der diesen Beitrag nun liest, weiß, dass wir eben darĂŒber reden. Krebs sollte niemals totgeschwiegen werden. 

An all jene, die selbst davon betroffen sind und Interesse haben ebenfalls ihre/seine Geschichte bei mir zu erzĂ€hlen, schreibt mich doch einfach mal per Mail (steht im Impressum) an. 

Bis zum nÀchsten Interview und bleibt bzw werdet gesund!

GrĂŒĂŸle eure Ela 

Krebsi fragt Krebsi – mit Sandra

Krebsi fragt Krebsi

Was fĂŒr ein Tag, nicht nur, das heute mein SeebĂ€r Geburtstag hat, nein, es ist auch noch Weltkrebstag. Ja und wie kann ich den besser wĂŒrdigen, wenn nicht mit einem neuen Interviewpartner fĂŒr meine Blogaktion „Krebsi fragt Krebsi“. 

Auch dieses Mal fand ich meinen GesprĂ€chskrebsi ĂŒber dieWhatApp-Gruppe, in der sehr viele Krebsis unterwegs sind. Deshalb begrĂŒĂŸt mit mir die liebe Sandra von Krebsfroh und lest euch einfach mal ihre Antworten zu meinen Fragen durch.

Das Interview:

Wer bist du?

Ich bin Sandra, aktuell 37 Jahre alt und erwarte ich einigen Wochen mein zweites Kind. Ich bin verheiratet und lebe im Raum MĂŒnchen. 

2016 bekam ich Anfang 30 die Diagnose Brustkrebs, was meine ganze Welt auf den Kopf stellte. Aus heutiger Sicht: im positiven Sinne. 

Wie heißt dein Blog/Homepage/Social Media-Seite?

Seit Hebst 2020 betreibe ich den Blog „krebsfroh“ (www.krebsfroh.de), zudem bin ich bei Facebook, Instagramm und Pinterest als „krebsfroh“ aktiv. Über meine Geschichte und viele Interessante Themen fĂŒr das „Leben nach dem Brustkrebs“ habe ich in meinem Ebook „Mamma- Karzinom: Autobiographischer Ratgeber fĂŒr junge Mamas mit Brustkrebs“ geschrieben. Aktuell bei Amazon erhĂ€ltlich. 

Welchen Krebs hast du und wann bekamst du deine Diagnose?

Ich bekam Ende 2016 die Diagnose Brustkrebs: hormonsensitiv auf Östrogene, HER2 positiv und glĂŒcklicherweise weder lokal- noch fernmetastasiert. 

Als ich erkrankte war ich gerade 33 und hatte kurz zuvor mein erstes Kind entbunden. Meine Tante war vor einigen Jahren bereits mit 42 Jahren an Brustkrebs verstorben. Daher lag die Vermutung nahe, dass ich GentrĂ€gerin einer BRCA Mutation sein könnte. 

Diese Vermutung bestĂ€tigte sich leider kurz nach der Diagnose. Ich trage die BRCA 2 Mutation in mir. Ich habe es von meiner Mama geerbt, meine Schwester ist zum GlĂŒck keine GentrĂ€gerin. 

Was waren deine ersten Gedanken nach der Diagnosestellung?

Ich denke der Moment der Diagnose wird allen Betroffenen ihr gesamtes Leben prĂ€sent sein. 

Ich hatte damals kurz nach der Geburt meines ersten Kindes einen Knubbel beim Stillen gefunden. Der Kleine war keine zwei Wochen alt. Ich ging also zur FrauenĂ€rztin und nachdem auch eine Woche Abwarten keine VerĂ€nderung brachte, ĂŒberwies sie mich zum Spezialisten. Der machte mir zunĂ€chst Hoffnung, bevor er mir einige Tage spĂ€ter am Telefon dennoch die Hiobsbotschaft „Krebs“ ĂŒbermitteln musste. 

Ich war in dem Moment alleine mit meinem Baby zu Hause. 

Die Worte meines Arztes waren „Es ist bösartig“. Ich fragte gefĂŒhlt 20 mal nach: „Also ist es Krebs?“ 

Die GefĂŒhle, die sich in dem Moment mischen, sind schwer zu beschreiben: Fassungslosigkeit fĂŒhrt wohl zunĂ€chst die Liste an, gepaart mit Angst, UnglĂ€ubigkeit und wohl oder ĂŒbel auch der leisen Hoffnung, dass er sich geirrt haben muss. 

Nach dem Telefonat saß ich da. Alleine mit meinem fast 4 Wochen alten Baby. Ich nahm ihn auf den Arm und weinte. Dieser Moment treibt mir heute noch – ĂŒber 4 Jahre spĂ€ter – TrĂ€nen in die Augen. 

Ich rief meinen Mann und meine Eltern an, aber trotzdem war ich die nĂ€chsten 20 Minuten mit dieser Kenntnis allein. 

Meine grĂ¶ĂŸte Angst kann wohl jede Mutter verstehen: mein Kind nicht aufwachsen zu sehen. Die Angst, sterben zu mĂŒssen. Vielleicht sogar so frĂŒh, dass er sich nicht mehr an mich erinnern kann. 

Dieser und die folgenden Tage waren dominiert von TrĂ€nen. Von Angst und Fassungslosigkeit. 

Als aber die „gesamte Diagnose“ nach einigen Tagen stand, ĂŒbernahm mein Kampfgeist das Ruder: „Aufgeben ist keine Option und eine Komplettremission das Ziel, dass in jedem Fall erreicht wird. Ich bin jetzt krank, werde heilende Therapien bekommen und danach bin ich wieder vollkommen gesund!“  

Das war mein Plan – und ich kann nicht sagen wie dankbar ich dafĂŒr bin, dass dieser Plan genauso aufging!

Warum hast du dich entschlossen, einen Blog zu starten bzw offen darĂŒber zu reden? Und was möchtest du damit erreichen?

Seit dem Tag meiner Diagnose wollte ich selbstbestimmt sein. Das heißt, ich habe mich im Internet und mit FachbĂŒchern umfassend ĂŒber meine Erkrankung und das gesamte Drumherum informiert. 

Zum einen, um den Entscheidungen der Ärzte nicht passiv gegenĂŒberstehen zu mĂŒssen, zum anderen um mir selbst ein möglichst genaues Bild davon zu machen, was in und mit meinem Körper passiert. 

So informiert konnte ich bei meinen unzĂ€hligen Terminen mit spezialisierten Ärzten gezielte Fragen stellen. Ärzte haben heutzutage leider immer weniger Zeit fĂŒr den einzelnen Patienten. Deshalb ist es sehr hilfreich, wenn man im GesprĂ€ch mit weiterfĂŒhrenden Fragen fundierte Antworten der Ärzte erzielen kann. Ich denke im Nachhinein, dass mich die viele Eigenrecherche zu meinen -fĂŒr mich durch die Bank richtigen- Entscheidungen navigieren konnte. 

Insgesamt kam in der Zeit so ein ziemlicher Haufen an Informationen ĂŒber meine Erkrankung zusammen, die mir persönlich sehr geholfen haben, den Schicksalsschlag anzunehmen und den Brustkrebs zu verstehen. 

Nachdem ich die Akuttherapie beendet hatte, ging fĂŒr mich die Recherche weiter: Über selbstbestimmte Möglichkeiten, den Verlauf der Krankheit positiv zu beeinflussen und im besten Fall einem Rezidiv vorzubeugen. Die Schulmedizin versorgt die Patientinnen heutzutage sehr umfassend, insbesondere im Bereich Brustkrebs. 

Dennoch gibt es darĂŒber hinaus eine Vielzahl an Möglichkeiten, auf die Gesundheit (nicht nur) nach Brustkrebs positiv einzuwirken. Ich meine solche Dinge, wie eine gesunde ErnĂ€hrung und regelmĂ€ĂŸigen Sport, der nachweislich Schutz vor einem Rezidiv bieten kann. 

Bis hin zum persönlichen Lebenswandel. Ich bin beispielsweise seit meiner Erkrankung Minimalistin, da mich das Weniger an Besitz auch im Kopf unglaublich befreit. Stressreduktion ist im Allgemeinen ein großes Thema im Nachgang zur Therapie. Oder auch die Zeit: wie kann ich mehr aus meiner Zeit machen?

All diese Recherchen und mein gesamter Lebenswandel geben mir jeden Tag auf’s Neue eine Sicherheit, dass der Krebs nicht zurĂŒckkommen wird. Und diese Ruhe nach der alles verĂ€ndernden Zeit der Diagnose ist meiner Meinung nach sehr erholsam. 

Also, um es kurz zu machen: Ich möchte meine Erfahrungen und meine Erkenntnisse gerne mit Frauen teilen, die sich aktuell am Anfang dieser Reise befinden. Aber auch den Frauen Impulse liefern, wie es im „Leben nach dem Krebs“ weitergehen kann. 

Ein ganz großes fĂŒr mich persönlich wirklich wichtiges Thema ist zudem der „Kinderwunsch nach Brustkrebs“. Das war fĂŒr mich von Anfang an ein sehr emotional besetztes Thema, da ich mir von Herzen ein weiteres Baby gewĂŒnscht habe. Die Ärzte hingegen rieten mir aufgrund des hormonpositiven Tumors eindringlich davon ab. Ich bin momentan im neunten Monat schwanger. Das Baby ist bestens entwickelt, die Schwangerschaft verlief ĂŒberaus unkompliziert und ich hole mir bei jedem Nachsorgetermin ein „alles OK“ ab. Mit dieser Erfahrung möchte ich anderen Frauen Mut machen. 

Was möchtest du Neuerkrankten gerne mit auf ihren Weg geben?

Das Wichtigste hatte ich bereits bei der vorhergehenden Frage erwĂ€hnt: Informiere dich! So viel, so seriös und so umfassend wie es nur irgendwie geht. Tausche dich mit Betroffenen (nur denen mit einer positiven Einstellung!) und auch mit deinen FachĂ€rzten intensiv aus. Es ist dein Körper, der den Kampf kĂ€mpft und die anderen sind die Berater. Vertraue auf Ihre Expertise, verliere aber nicht dein BauchgefĂŒhl aus den Augen. 

Ansonsten finde ich es insbesondere am Anfang unerlĂ€sslich, seinen Ärzten vollumfĂ€nglich vertrauen zu können. Wenn du dich nicht wirklich gut beraten und betreut fĂŒhlst, scheu dich nicht, den Arzt zu wechseln! Eine gute Arzt-Patienten- Beziehung ist insbesondere im Kampf gegen eine lebensbedrohliche Krankheit wie Brustkrebs unerlĂ€sslich. Du musst dich ernstgenommen fĂŒhlen. 

SpĂ€ter, wenn die Akuttherapien ĂŒberstanden sind wird es meiner Meinung nach immer wichtiger, auf sich selbst zu hören: Was tut mir gut, was zerrt an meiner Kraft? Was ist mir wichtig in meinem Leben? Sterben werden wir alle irgendwann, das wird durch die Krebsdiagnose nochmal prĂ€senter. Also frage dich: wie möchte ich die Zeit fĂŒllen, die mir bleibt? Eine ĂŒberstandene Brustkrebserkrankung ist in meinen Augen eine zweite Chance. Nutze sie bewusst, um die Dinge in deinem Leben zu vermehren, die du liebst und die Dinge zu reduzieren, die sich nicht gut anfĂŒhlen. Dabei solltest du meiner Meinung nach auch gerne etwas „radikaler“ vorgehen. Denn dieses Leben lebst nur du! Ich rate jeder Betroffenen, den Mut aufzubringen, zu sich selbst zu finden. 

Zu guter Letzt solltest du dich als ganze Person sehen, nicht nur als Krebspatientin oder -ĂŒberlebende. Rein onkologisch ist es in meinem Fall durchaus riskant und fahrlĂ€ssig, mit einer weiteren Schwangerschaft meinem Körper diese Unmenge an Östrogenen zuzufĂŒhren, auf die mein Tumor damals reagierte. 

Aber das ist es, was ich meine: ich bin eben keine onkologische Zahl oder ein „Krebsfall“, ich bin ein Mensch, eine Frau, eine Seele mit GefĂŒhlen und SehnsĂŒchten.

Meine grĂ¶ĂŸte Sehnsucht galt einem weiteren Kind. Ist also der vernĂŒnftigere immer der bessere Weg? Diese Frage sollte sich jede (ehemalige) Krebspatientin stellen: Was ist MIR wirklich wichtig? Wie möchte ICH mein Leben auf Dauer leben? Dann kann die Erkrankung einen unbeschreiblichen Mehrwert in dein Leben bringen, den es vermutlich ohne die Diagnose so nicht gegeben hĂ€tte. Dann beginnt der Moment indem Frauen sagen: ich bin meinem Brustkrebs dankbar!

Und hier noch mal alle Links von Sandra im Überblick:

Homepage

Instagram

Facebook

Pinterest

Ebook

Liebe Sandra, ich danke dir, fĂŒr deine super ausfĂŒhrlichen Antworten und hoffe, dass all deine WĂŒnsche und TrĂ€ume in ErfĂŒllung gehen werden. Auch fĂŒr die bevorstehende Geburt wĂŒnsche ich dir alles Liebe und Gute und anschließend eine wundervolle Kennenlernzeit.

Wie ihr lest, ist es immens wichtig, dass man sich stets gut informiert und genauso wichtig ist es, auf sich und seinen Körper zu achten.  Sprecht also auch ihr ĂŒber Krebs 🩀 und das bitte nicht nur, weil heute Weltkrebstag ist.

Weltkrebstag
Krebshilfe.de

Habt ihr nun noch Fragen an Sandra, dann immer her damit. Gerne auch hier unter diesem Beitrag oder einfach direkt ĂŒber ihre InternetprĂ€senzen.

Bleibt gesund und achtet auf euch.

GrĂŒĂŸle eure Ela 

Krebsi fragt Krebsi – mit Annette

Krebsi fragt Krebsi

Endlich darf ich den erste Krebsi bei mir begrĂŒĂŸen und kann damit meinem diesjĂ€hrigen Anliegen ein StĂŒck weit vorantreiben. Ich begrĂŒĂŸe die liebe Annette, welche ich ĂŒber die WhatsApp-Gruppe von Cancer Unites kennengelernt habe. Ihr habe ich meine Frage zugesandt und hier lest ihr nun ihre Antworten darauf:

Wer bist du?

Hallo, zunÀchst einmal möchte ich Dir herzlich danken, dass ich mich hier mit meiner Geschichte vorstellen darf!

Ich bin Annette, 59 Jahre alt, Biologin, und lebe mit meiner Familie in Aachen, ganz in der NÀhe zum DreilÀndereck Niederlande, Belgien und Deutschland.

Wie heißt dein Blog/Homepage/Social Media-Seite?

Ich habe den Blog mit dem Namen https://knochenmarktransplantation-light.de/ , den ich im MĂ€rz 2020 gegrĂŒndet habe. Als Patientin nach einer solchen Transplantation habe ich schon lange den Wunsch gehabt, meine Erfahrungen bei dieser extremen Therapie an andere weiterzugeben. 

Als im MĂ€rz 2020 der Corona-Lockdown uns alle lĂ€hmte, war der richtige Zeitpunkt gekommen. 

Auf meinem Blog helfe ich anderen Menschen vor und nach einer Krebstherapie, insbesondere einer Knochenmarktransplantation, mit Tipps, Inspirationen und Mutmach-Geschichten.

Auf Social Media bin ich außerdem auf facebook unter demselben Namen zu finden (https://www.facebook.com/knochenmarktransplantationlight/) und auf Instagramm unter https://www.instagram.com/lovesammyso/ .

Welchen Krebs hast du und wann bekamst du deine Diagnose?

In 2007 bekam ich die Diagnose Brustkrebs. Zu dieser Zeit waren meine Kinder 4 und 11 Jahre alt, und ich stand mitten im Leben. Beruflich hatte ich einen anstrengenden, spannenden Job in der Pharmaindustrie und privat meine Familie. 

Drei Jahre spĂ€ter wurde eine geplante Knie-Operation wegen auffĂ€llig schlechter Blutwerte abgebrochen. Ich erhielt im MĂ€rz 2011 die Diagnose MDS (myelodysplastisches Syndrom), das ist eine spezielle Vor-Form einer LeukĂ€mie. Unbehandelt hĂ€tte ich wenig spĂ€ter eine LeukĂ€mie gehabt. Das war gefĂ€hrlich. Meine Ärzte rieten mir dringend zu einer Knochenmarktransplantation. Da ich GlĂŒck hatte, und einer meiner BrĂŒder zu 100 % als Spender in Frage kam, begab ich mich sehr schnell ins Krankenhaus und wurde im August 2011 transplantiert.

Was waren deine ersten Gedanken nach der Diagnosestellung?

Die erste (Brustkrebs)Diagnose erhielt ich telefonisch – an dem Tag der 4. Geburtstagsfeier meiner kleinen Tochter. Es war so ungefĂ€hr eine Stunde bevor die kleinen GĂ€ste kommen sollten. Ich muss gestehen, dass ich das, was ich da gerade am Telefon gehört hatte, nicht glaubte. Wir feierten den Kindergeburtstag, mein Mann fuhr am nĂ€chsten Tag auf lĂ€ngere Dienstreise nach Asien, und ich ging erst ein paar Tage spĂ€ter zu einem Onkologen in die Klinik. Vier Wochen und viele Untersuchungen danach begriff  ich, dass die Ärzte Recht hatten. Erst dann willigte ich in die Therapien ein (3 Operationen, 3 Monate Chemotherapie und 6 Wochen Bestrahlung).

Die Diagnose MDS hat mich schneller erschreckt. Ich hatte geglaubt, mich kann nun gesundheitlich nichts mehr aus der Bahn werfen. Grund fĂŒr die MDS war die SchĂ€digung meines Knochenmarkes. Sehr schnell war klar, dass die Ursache dafĂŒr die Chemotherapie gegen Brustkrebs war.

Als ich das begriff, beschloss ich zu kÀmpfen. Jetzt erst Recht. Den Brustkrebs hatte ich besiegt, und jetzt wollte ich so schnell wie möglich diese Knochenmarktransplantation hinter mich bringen, um alles, was mit Krankheit zu tun hatte, hinter mir zu lassen.

Warum hast du dich entschlossen, einen Blog zu starten bzw offen darĂŒber zu reden? Und was möchtest du damit erreichen?

Die Zeit vor der Knochenmarktransplantation war eine sehr merkwĂŒrdige. Ich konnte mich nicht mehr konzentrieren, und ging nicht mehr arbeiten. Stattdessen  versuchte ich, so viele Informationen wie möglich ĂŒber die Transplantation zu erhalten. Leider gab das Internet nicht die gewĂŒnschten, mutmachenden Informationen her. Sehr oft stieß ich auf Foren, wo erschreckende VerlĂ€ufe und Probleme behandelt wurden. Die medizinischen BroschĂŒren meiner Ärzte waren auch nicht zuversichtlich stimmend. 

In dieser Zeit beschloss ich, dass diese LĂŒcke geschlossen werden muss. Es ist so wichtig, dass Du als Patient vor dieser drastischen, lebensbedrohlichen Therapie, gut informiert, und gleichzeitig zuversichtlich bist.

Mein Blog entstand zwar erst letztes Jahr, aber ich habe viel Zeit gebraucht, mit meinen EinschrĂ€nkungen nach der Transplantation zu leben. Erst jetzt, nach 8 Jahren, habe ich verstanden, was mit meinem Körper passiert ist. Und dass ich die zweite Krebsdiagnose mit der Knochenmarktransplantation ĂŒberwunden habe. Es war mein GlĂŒck. Und meine Zuversicht.

Dies möchte ich gerne in meinem Blog weitergeben. Und andern Menschen die Gelegenheit geben, Antworten auf ihre Fragen vor und nach der Krebstherapie zu finden.

Was möchtest du Neuerkrankten gerne mit auf ihren Weg geben?

Drei Dinge sind mir wichtig!

Das allererste: Es geht immer wieder bergauf! Auch in der Situation der Krebserkrankung.

Selbst ich, die zweimal tief in einem Tal gesteckt hat, habe psychische Strategien entwickelt, positiv nach vorne zu schauen. Und das Leben und meine Erfahrungen haben mir Recht gegeben – es geht irgendwann alles wieder besser. Sei es durch Ă€rztliche Hilfe, sei es durch die psychische Einstellung, sei es durch die eigenen SelbstheilungskrĂ€fte, die jeder Patient sicher hat- es gibt einen Weg zurĂŒck in Richtung NormalitĂ€t.

Das zweite ist: 

Du brauchst als Patient sachliche, ehrliche, faktenbasierte Information. Es gibt kaum etwas Schlimmeres in einer Krankheitssituation, als mit Bildern und Berichten von Schwert-Erkrankten dergleichen Diagnose konfrontiert zu werden.

Erst, wenn Du die richtigen, nĂŒchternen, Zuversicht machenden Quellen fĂŒr Deine Fragen gefunden hast, kannst Du Dir Wissen aneignen. Und Wissen hilft gegen Angst, das ist meine Erfahrung.

Mein dritter Hinweis: Suche dir etwas, was Dir Spaß macht und Dir gut tut. 

Die positive Kraft von gesunder Ablenkung kann jedem helfen, den schweren Alltag nach einer Krebsdiagnose oder Krebstherapie zu meistern. Ich habe damals ein neues Hobby gefunden (das Schreiben), und gleichzeitig viel Zeit mit meinem neuen Hund verbracht – das war wie Medizin fĂŒr meine Seele.

Diese drei GrĂŒnde sind unter anderem auch meine Antriebsfeder, meinen Blog zu schreiben. Wenn ich hiermit jemanden in einer Ă€hnlichen Situation helfen kann, hat meine Erkrankung auch schon seinen Sinn gehabt.

Vielen lieben Dank fĂŒr deine Antworten liebe Annette, deine Antworten waren super aufschlussreicher und informativ. 

Vielleicht haben ja nun einige von euch noch weitere Fragen an Annette, dann gerne in die Kommentare damit. Auf jeden Fall hoffe wir, dass wir euch damit ein wenig die Scheu uns Erkrankten gegenĂŒber genommen zu haben. Wir sind eben auch nur Menschen, die ihren Weg gehen, egal wie schwer er sein mag.

Gemeinsam sind wir stark!

Hat jetzt ein anderer Krebsi Lust bekommen und wĂŒrde mir ebenfalls gerne dabei helfen, den Krebs ins Bewusstsein alles zu bekommen, dann meldet euch gerne per Mail (im Impressum) bei mir.

Bis dahin bleibt alle gesund 😍.

Gerne eure Ela