
Stell dir vor, du hast den schwersten Kampf deines Lebens gewonnen. Nach Monaten oder Jahren voller Hoffen, Bangen und Therapien sagt dir deine Ărztin oder dein Arzt endlich: âSie gelten als geheilt.â Ein Satz voller Erleichterung. Voller Hoffnung. Voller Zukunft. Doch schon bald merkst du, dass die Krankheit zwar deinen Körper verlassen hat â nicht aber dein Leben. Denn fĂŒr viele beginnt genau jetzt ein neuer Kampf.
Wenn Heilung nicht das Ende des Kampfes ist
Manchmal frage ich mich, warum wir Menschen so gerne von zweiten Chancen sprechen â sie aber nicht jedem zugestehen.
Wer eine schwere Krankheit ĂŒberstanden hat, kĂ€mpft oft nicht nur wĂ€hrend der Behandlung. FĂŒr viele beginnt nach der Entlassung als geheilt ein ganz neuer Kampf. Einer, den AuĂenstehende hĂ€ufig gar nicht wahrnehmen.
Genau deshalb wurde die Petition zum Recht auf Vergessen* ins Leben gerufen.
Sie setzt sich dafĂŒr ein, dass Menschen nach einer ĂŒberstandenen Krebserkrankung â nach einer angemessenen Zeit und unter bestimmten Voraussetzungen â nicht ihr Leben lang mit ihrer Diagnose konfrontiert werden. Denn auch wenn der Krebs besiegt ist, begleitet die Erkrankung viele Betroffene noch jahrelang auf dem Papier.
Bei Versicherungen.
Bei Kreditanfragen.
Und leider auch bei Bewerbungen.
Wie oft entscheiden Menschen nicht nach den FÀhigkeiten eines Bewerbers, sondern nach der Angst vor einer Erkrankung, die lÀngst Vergangenheit ist?
Gerade junge Erwachsene trifft das besonders hart.
Sie möchten nach einer ĂŒberstandenen Therapie studieren, eine Ausbildung beginnen, einen Beruf erlernen, eine Familie grĂŒnden oder sich einfach ein neues Leben aufbauen. Stattdessen stoĂen sie immer wieder auf verschlossene TĂŒren, weil irgendwo in ihrer Geschichte das Wort Krebs auftaucht.
Dabei gelten viele von ihnen lÀngst als geheilt.
Ich finde, das darf nicht sein.
Deshalb habe auch ich diese Petition unterschrieben.
Möchtet ihr die Petition ebenfalls unterstĂŒtzen?

Ich habe meine Stimme bereits abgegeben, weil ich ĂŒberzeugt bin, dass jeder Mensch nach einer ĂŒberstandenen Krebserkrankung eine faire Chance auf einen echten Neuanfang verdient.
Wenn auch ihr dieses Anliegen unterstĂŒtzen möchtet, findet ihr die Petition hier:
đ Petition*
Jede Unterschrift ist ein Zeichen der Hoffnung â und ein Schritt hin zu mehr Gerechtigkeit fĂŒr Menschen, die ihre schwerste Zeit bereits hinter sich gelassen haben.
Nicht, weil ich möchte, dass Krebs verschwiegen wird.
Ganz im Gegenteil.
Wer mich kennt, weiĂ, wie wichtig mir AufklĂ€rung ist. Ich werde auch weiterhin darauf aufmerksam machen, wie bedeutend Vorsorge und FrĂŒherkennung sind. Ich wĂŒnsche mir von Herzen, dass möglichst viele Menschen ihre Vorsorgeuntersuchungen wahrnehmen und gleichzeitig aufmerksam auf ihren eigenen Körper hören. Denn Vorsorge kann Leben retten.
Doch das eine schlieĂt das andere nicht aus.
Wir können ĂŒber Krebs sprechen.
Wir können Menschen fĂŒr Vorsorge sensibilisieren.
Und wir können gleichzeitig dafĂŒr sorgen, dass diejenigen, die diese schwere Zeit ĂŒberstanden haben, eine faire Chance auf einen echten Neuanfang bekommen.
Erinnern ja â benachteiligen nein
Eine ĂŒberstandene Krebserkrankung sollte kein lebenslanges Stigma sein.
Sie sollte vielmehr zeigen, wie viel StÀrke, Mut und Hoffnung in einem Menschen stecken.
Das Recht auf Vergessen bedeutet fĂŒr mich deshalb nicht, eine Krankheit zu verleugnen oder die Vergangenheit auszulöschen.
Es bedeutet, Menschen nicht dauerhaft auf ihre schwerste Lebensphase zu reduzieren.
Es bedeutet, ihnen zuzutrauen, dass sie heute mehr sind als eine Diagnose von gestern.
Ich wĂŒnsche mir eine Gesellschaft, die genau das erkennt.
Eine Gesellschaft, die Vorsorge ernst nimmt.
Die ĂŒber Krebs spricht.
Die Betroffene unterstĂŒtzt.
Und die Menschen, die den Krebs besiegt haben, nicht noch Jahre spĂ€ter dafĂŒr bestraft.
Wenn ihr diesen Gedanken genauso wichtig findet wie ich, dann schaut euch die Petition und die Informationen rund um das Recht auf Vergessenwerden an. Vielleicht möchtet auch ihr eure Stimme dafĂŒr einsetzen, dass Heilung nicht nur medizinisch möglich wird, sondern auch im Alltag.
Denn jeder Mensch verdient die Chance, nach einer schweren Erkrankung wieder einfach Mensch sein zu dĂŒrfen.
GrĂŒĂle eure Ela









