Krebsi fragt Krebsi – mit Carina

Krebsi fragt Krebsi

Meine kleines Herzensprojekt „Krebsi fragt Krebsi“ geht in eine neue Runde. Wieder durfte ich einem Krebsi meine Fragen stellen und diese wurden in einem so tollen Text beantwortet, da musste ich erst einmal schauen, wie und wo ich diesen sinnvoll für euch unterteile.

Bevor ich euch das Resultat nun hier vorstelle und ihr es euch durchlesen könnt, möchte ich euch natürlich erst einmal verraten wen ich überzeugen konnte dabei zu sein.

Dieses Mal konnte ich die Österreicherin Carina von Brustkrebsreise für mein Projekt gewinnen. Aber lest einfach selbst einmal, was sie uns zu erzählen hat.

Eine Östereicherin stellt sich meinen Fragen

Foto von Carina (privat)

Hallo zusammen! Mein Name ist Carina, ich bin 37 Jahre jung und wie man an meinem Dialekt unschwer überhören kann, bin ich in Österreich geboren. 

Im Jahr 2009 schloss ich meine Ausbildung zur diplomierten Krankenschwester ab und konnte viele Jahre Berufserfahrung als OP-Schwester in einem gynäkologischen und geburtshilflichen OP sammeln. 2019 entschloss ich mich weiterzubilden und startete mein Studium zur Sozialarbeiterin.

Wow, was für ein Leben.

Als ich Anfang des Jahres 2021 völlig unerwartet die Diagnose hormonabhängiger Brustkrebs erhielt, brach eine Welt für mich zusammen…

Wem ging es nach so einer Diagnose nicht auch so? Ich dachte sogar, ich sterbe jetzt.

Es fiel mir zu Beginn sehr schwer mit dieser neuen und herausfordernden Situation umzugehen.  Überforderung, Sorgen und Ängste bestimmten meinen Alltag. Doch ich ließ mich nicht unterkriegen und suchte nach einem Ventil, um mit all meinen Gefühlen und Gedanken umzugehen.

Carina und Social Media 

Zu Beginn nutze ich meinen Instagram Account dazu, um meine Gedanken aufzuschreiben. Mein Krebstagebuch hat mir dabei geholfen die Dinge besser anzunehmen und meine Gedanken zu sortieren. Plötzlich fand da ein unfassbar schöner Austausch mit anderen Betroffen statt. Ich erfuhr sehr viel Verständnis, bekam Tipps und da waren Menschen, die mich verstanden.

Der Weg zur eigenen Homepage

Klick mich

Ich entschied meine Reise öffentlich zu teilen, um anderen Betroffenen Mut zu machen, aufzuklären und entsprechende Unterstützung zu bieten.

Heute habe ich den Krebs besiegt, befinde ich mich in Antihormontherapie und es ist mir nach wie vor ein Anliegen für andere Krebsbetroffene da zu sein und ihnen in dieser schweren Zeit beizustehen.

Carinas Netzauftritte findet ihr hier

Auf Instagram kannst du mich unter dem Namen BRUSTKREBSREISE* finden.

Auf meiner Website Brustkrebsreise* findest du digitale Produkte, die ich zur Unterstützung von Krebsbetroffenen und ihre Angehörige selbst kreiere. 

Zum Schluss noch eines

Ich möchte dir sagen, dass es sich lohnt zu kämpfen. Es lohnt sich weiterzumachen und es lohnt sich stark zu bleiben!

Glaub an dich, denn du bist stärker als du es dir nur irgendwie vorstellen kannst!

Melde dich gerne bei mir! Ich freue mich auf den Austausch mit dir!

Alles Liebe,

deine Carina

Danke

Auch ist sage dir, liebe Carina, vielen Dank für deine Worte und ich bin sehr gerne auch weiterhin im Austausch mit dir. Es bringt so viel Spaß und auch noch mehr, mit dir.

Meine lieben Blogfollower, wenn ihr nun noch Fragen an die liebe Carina, oder auch an mich, habt, dann stellt diese sehr gerne hier unter diesen Beitrag. Wir, Carina und ich, werden diese schnellstmöglich beantworten.

Mehr zum Projekt

Auch du bist Krebsi und möchtest bei mir deine Geschichte erzählen? Dann schreibe mich doch einfach per Mail an. Wir finden dann bestimmt zueinander.

Bis dahin, bleibt gesund und vor allem hört auf euren Körper.

Grüßle eure Ela

Krebsi fragt Krebsi – mit Shila

Krebsi fragt Krebsi

Lange lag mein Herzensprojekt brach (das letzte Interview war im Februar 2022), doch nun habe ich wieder einen lieben Krebsi überzeugen können, sich meinen kleinen Fragen zu stellen. Ich freue mich so sehr, dass ich die liebe Shila Driesch, ihres Zeichens MUTLÖWIN, einfangen konnte. Doch lest selbst einmal, was sie uns zu erzählen hat.

Die Mutlöwin Shila Driesch stellt sich meinen Fragen

Wer bist du?

Foto @ Privat

Ich heiße Shila, Shila Driesch. Im Juni darf ich meinen 48. Geburtstag feiern. Mit Sascha bin ich seit 21 verheiratet und zusammen haben wir 2 Söhne, Jonas und Bennet. Bis vor kurzem hatte ich den treuesten Labrador, den Ihr euch vorstellen könnt. 

Na, dann stoßen wir aber doch bald auf dich an 🥂. Auch ich habe eine fellnasige Seele, die hier rumwuselt.

Wie heißt dein Blog/Homepage/Social Media-Seite?

Im Netz findet Ihr mich am besten unter meinem Namen: Shila Driesch. Mein Instagram-Kanal heißt, wie mein Buch, die_mutloewin*.

Ich kennen dein Instagram Profil schon ein Weilchen und kann diesen einfach nur empfehlen. Schaut unbedingt bei Shila vorbei, es lohnt sich.

Mein nächstes Projekt ist der Aufbau einer Mutlöwin Community auf der Plattform SKOOL*. Ihr seid die Ersten, die das erfahren, denn eigentlich ist das noch ist geheim.

Wow, vielen lieben Dank und weiter im Text.

Welchen Krebs hast du und wann bekamst du deine Diagnose?

Ich hatte ein triple negatives Mammakarzinom G3 in der linken Brust. Die Diagnose erhielt ich im Januar 2018. Da war der Tumor bereits um die 3 cm groß.

Oh je, so groß? Wie gruselig.

Was waren deine ersten Gedanken nach der Diagnosestellung?

Scheiße, ich werde meine Haare verlieren!

Ich habe in Gedanken schon Mützen ausgesucht.

Jetzt habe ich endlich einen Grund, aus der Versicherungsbranche auszusteigen!

Perfekt 😁, zu irgendwas muss der blöde Krebs ja gut sein.

Warum hast du dich entschlossen, einen Blog/Homepage/Social Media-Seite zu starten bzw offen darüber zu reden? Und was möchtest du damit erreichen?

Wir haben zwei Leben – das zweite beginnt in dem Moment, in dem wir erkennen, dass wir nur eines haben!

Was für ein tolles Zitat.

Dieser berühmte Satz von Konfuzius hat mich sehr zum Nachdenken gebracht:

  • Habe ich in meinem ersten Leben wirklich „gelebt“?
  • War ich wirklich glücklich? 
  • Woher kommt das ständige Gefühl, „nicht gut genug“ zu sein?

Rückblickend war ich ein sehr ängstlicher Mensch, der immer bestrebt war zu „funktionieren“ und das möglichst perfekt! Und genau das habe ich auch von meinem Körper erwartet – dass er immer perfekt funktionieren würde. Doch plötzlich gewann ich die Erkenntnis: Gesundheit ist zwar nicht alles im Leben, aber ohne Gesundheit ist alles nichts!

Oh wie wahr und ich erkenne mich darin sogar selbst wieder.

Ich folgte dem Rat der Ärzte – aber darüber hinaus habe ich mich immer gefragt: Was kann ich selbst noch tun, um wieder gesund zu werden?

In meinem späteren Studium zum Gesundheits- und Präventionscoach beschäftigte ich mich stärker mit dem Einfluss von langanhaltenden Ängsten, Stress und Selbstzweifeln auf das Immunsystem. Dass es diesen Einfluss wirklich gibt, daran zweifelt selbst die Wissenschaft nicht mehr. 

Jeder kennt den Angsthasen. Seine Bekanntheit verleiht ihm sogar einen Platz im Duden. Sogar die Angsthäsin findest du dort. Aber die Mutlöwin kennt keiner. Sollte die Angst in unserem Leben etwa eine wichtigere Rolle spielen als der Mut?

An diesem Punkt in meinem Leben wollte ich endlich

  • meine Ängste und Selbstzweifel überwinden,
  • meinen Perfektionismus abstreifen und 
  • anfangen, an mich selbst zu glauben! 

Kurz gesagt: In meinem zweiten Leben wollte ich weniger Angsthäsin und mehr Mutlöwin werden! 

Cover Die Mutlöwin

Die Reise von der Angsthäsin zur Löwin ist nicht über Nacht zu bewältigen. Aber es eine Reise, die sich definitiv lohnt! Deshalb habe ich ein Buch* darüber geschrieben, um andere Menschen zu inspirieren. 

Und wie du mit deinem Buch inspirierst, mich auf jeden Fall. Wer mag, der liest sich doch gerne meine Rezension dazu durch.

Was möchtest du Neuerkrankten gerne mit auf ihren Weg geben?

„Geh Du vor“, sagte die Seele zum Körper, „auf mich hört er nicht. Vielleicht hört er auf dich.“ – „Ich werde krank werden, dann wird er Zeit für Dich haben.“ sagte der Körper zur Seele.

Ob dieses Zitat wahr ist, vermag ich nicht zu beurteilen. Meine Wahrheit ist aber, dass es hilfreich sein kann, eine Krankheit, wie Krebs, nicht nur auf körperlicher Ebene zu betrachten, sondern so, wie wir Menschen sind, ganzheitlich. 

Das, was du dafür brauchst, ist eine Portion Mut – sei mutig und schau hin! 

Wie wahr.

Arbeite mit deinen Ärzten zusammen, aber gib die Verantwortung für deine Gesundheit, nicht komplett aus den Händen. Es gibt so viel, dass du selbst für deine Gesundheit tun kannst. 

Manchmal braucht es nur einen Menschen, der an dich glaubt: Du selbst!

Das sind die drei Dinge, die ich allen Menschen, ob gesund oder krank, gerne an die Hand geben möchte. 

Vielen lieben Dank für deine wundervollen und aufschlussreichen Antworten. Mit vielen davon sprichst du mir aus der Seele. Auch wenn ich noch nicht ganz eine Mutlöwin bin, so bin ich dennoch durch dein Buch und die darauf folgenden vielen tollen Chatgesprächen auf dem besten Wege eine zu werden.

Krebs als Chance sehen

Ich hoffe, dass wir, Shila und ich, anderen zeigen konnten, dass mit der Diagnose Krebs nicht sofort alles aus ist, sondern das man Wege, neue Wege beschreiten kann und sollte. 

Lasst uns den Krebs als Chance sehen und uns und unser Leben hinterfragen und umstrukturieren. In diesem Sinne, keine Macht dem Krebs.

Grüßle eure Ela

P. S.: Inspiriert worden dabei zu sein und über deine Krebserkrankung bei mir zu berichten? Dann melde dich gerne per Mail* bei mir.

Das Blümchen gibt es noch 


Lange habe ich hier nichts mehr geschrieben. Das war so nicht meine Absicht, doch ich bin in ein Bloggerloch gefallen. 

Pause musste sein

Zur kurzen Erklärung, ich hatte überhaupt keine Lust zu schreiben und habe dem nachgegeben und mir diese Auszeit gegönnt. Ich hoffe, ihr seid mir nicht all zu böse deshalb. Doch manchmal gibt es eben solche Zeiten und dann muss man pausieren.

Noch bin ich zwar nicht ganz wieder oben, doch ich denke, es wird wieder und ihr werdet wieder mehr hier zu lesen haben. 

Vielleicht hat mir einfach nur mein Körper, oder wer oder was auch immer, gesagt, dass diese Pause not tut. Ja und ich habe sie genossen und mir geht es auch gut damit. 

Neuigkeiten 

Ich habe euch aber auch noch eine tolle Neuigkeit mitgebracht. 

Einige wissen eventuell, dass mich im alten Jahr eine andere Krebspatient  welche in meiner Gegend lebt, eingefangen hat für eine Brustkrebs-Selbsthilfegruppe. Ja und wir zwei sind sogar noch ein Schrittchen weitergegangen und habe eben eine solche gegründet. Diese Gruppe heißt Die pinken Flamingos*, BK Selbsthilfegruppe im Landkreis Rostock und Umland.

Hier nun die Neuigkeit, im Juni wurden sie und ich für die Selbsthilfegruppe von der Ostsee Zeitung* interview und am letzten Mittwoch nun, kam eben jenes Interview in die Druckausgabe. 

Jetzt sind wir natürlich mächtig stolz und sehr gespannt, wer zu uns stößt und vor allem, ob uns die entsprechenden medizinischen Einrichtungen (Ärzte, Therapeuten, Kliniken usw.) ansprechen/schreiben. 

Drückt uns einfach mal die Daumen.

Viel, schöne, Aufklärungsarbeit

Wie ihr ja wisst, erinnere ich euch immer wieder daran zur Vorsorge im Bezug auf Krebs (Brustkrebs) zu machen und bei Verdacht zum Arzt zu gehen. Genau in diesem Zuge, hat mich nun die Frauenselbsthilfe online* eingefangen und ich unterstütze dort nun im Social Media Bereich. Denn Vorsorge und Aufklärung ist immens wichtig.

Und nun bis bald wieder

Nun werde ich erst einmal den Sonntag einfach genießen, mit Hundine spazieren gehen, eine Freundin und ihren Hund treffen und einfach nur relaxen. Wünsche euch alles Gute.

Grüßle eure Ela

Krebsi fragt Krebsi – mit Christian

Krebsi fragt Krebsi


Mein Herzensprojekt geht ins nächste Jahr und nach einem erneuten Aufruf in einer FB-Gruppe konnte ich wieder jemanden gewinnen, der uns seine Geschichte erzählt bzw sich meinen Fragen gestellt hat. Doch lassen wir ihn zu Wort kommen …

Hier ist mein Interview mit Christian 

Wer bist du?

©Privatfoto

Ich bin Christian, geb. am 3.08.1970 in Weingarten, verheiratet in 2. Ehe, 2 Kinder aus erster Ehe (Sohn geb. 2000 und Tochter geb. 2004), ehemaliger Bankier und Unternehmensberater, Hobbykoch, Leseratte, Barbecue Liebhaber, Rotweintrinker, Naturfotograf, Skifahrer und Mountainbiker …

Wie heißt dein Blog/Homepage/Social Media-Seite?

„Ich erkenne mich selbst – Spezialist in Selbstfürsorge“ (Adresse: https://cnuebling9.wixsite.com/cnuebling) und meine Instagram Seite Naturfotografie von meinen Outdoor Aktivitäten: https://www.instagram.com/christiannuebling/

Welchen Krebs hast du und wann bekamst du deine Diagnose?

Die Diagnose erhielt ich am 16.11.2020 im Rahmen einer geplanten Operation der Gallenblase als Zufallsergebnis mit dem Ergebnis, dass die Operation abgebrochen wurde.

Adeno-CA der Gallengänge DD Gallenblasen-CA DD intrahepatisches CCC mit Peritonealkarzinose und diffusem Leberbefall

  • bildgebendes Tumorstadium: T +N+M1 nach TNM-Klassifikation 8. Auflage 2017
  • Tumorklassifikation: UICC Stadium IV
  • Primärlokalisation: disseminierter Herdbefall der Leber (linksbetont), wandbetonte Gallenblase, LK-Vergrößerungen interaortokaval und an der Leberpforte, Hämangiosis carcinomatosa
  • Primärmanifestation: Zufallsbefund bei V.a. Leberabszesse bei bek. Sigmadivertikulitis

Was waren deine ersten Gedanken nach der Diagnosestellung?

Einfach scheiße! Wie lange lebe ich noch? Was muss ich tun für eine Heilung? Wie erkläre ich es meine Liebsten?

Warum hast du dich entschlossen, einen Blog zu starten bzw offen darüber zu reden? Und was möchtest du damit erreichen?

©Privatfoto

Ich bin ein klassischer Blogger alter Schule (Text anstelle Bild) aus Überzeugung. Ein offener Umgang mit meiner Krankheit trägt für Aufklärung und Entstigmatisierung bei. Ich blogge was mir in den Sinn kommt. Mit Leidenschaft teile ich Ideen, die dabei helfen den Alltag mit viel Lebensfreude zu bewältigen. Krebs bedeutet nicht gleich der Tod.

Ich bin kein Schriftsteller, Lektor, Journalist und Publizist – habe keinerlei Erfahrung in dem was ich gerade tue, aber ich mache es einfach!

Ich schreibe aktuell ein Buch über mich und meinen Krebs. Ich habe ein Ziel: mit meiner Heilung möchte ich das Buch veröffentlichen und einer breiten Leserschaft zur Verfügung stellen. Ich möchte anderen Mut machen, zielstrebig mit der Überzeugung an die eigenen Selbstheilungskräfte und mit Liebe, schwierige Lebenssituationen zu meistern.

Was möchtest du Neuerkrankten gerne mit auf ihren Weg geben?

Never give up! Lebt bewusst mit Liebe, Vergebung und vertraut eurer Kraft und Energie!

Vielen lieben Dank für deine Antworten und das du mich bei meinem Herzensprojekt unterstützt. Meinen lieben Bloglesern danke ich, dass ihr dieses Projekt nun im zweiten Jahr begleiten und wir (all meine Interviewpartner und ich) hoffen, dass wir euch die Angst etwas nehmen können vor diesem miesen Beifahrer. 

Wir können euch nur sagen, hört auf euren Körper, geht zur Vorsorge und tastet (wo möglich) euch ab. Und, was auch wichtig ist, schweigt den Krebs nicht tot, redet dadrüber, nur so werdet ihr ihm Herr. 

In diesem Sinne, gebt acht auf euch und bleibt (weitgehend) gesund.

Grüßle eure Ela

P. S.: Leider ist Christian am Freitag, den 09. Dezember 2022, über die Regenbogenbrücke gegangen.

Lieber Christian, ich hoffe, dir geht es nun besser egal wo du nun bist. Ich bin Dankbar, dass ich dich noch kennenlernen durfte und wir dieses Interview geführt haben. Grüßle deine Ela

Krebsi fragt Krebsi – mit Nella

Krebsi fragt Krebsi

Und endlich komme ich dazu euch das tolle Interview mit der lieben Nella Rausch von Zellenkarusell vorzustellen. Wie ihr ja wisst, ist es mein Herzensprojekt „Krebsi fragt Krebsi“ und dafür suche ich immer wieder andere Betroffene, die sich meinen Fragen stellen. Ja und in diesem Zuge, hat sich vor geraumer Zeit auch die liebe Nella meinen Fragen gestellt, aber schaut/lest selbst, was sie mir geantwortet hat.

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Interview mit Nella

Nella Rausch (Foto privat)

Wer bist du?

Ich heiße Nella Rausch (Nella ist mein Spitzname), bin Jahrgang 1966 und in Dortmund geboren. Nach meinem Jurastudium (Nebenfach: Sinologie) in Passau bin ich über einige Umwege – auch beruflich – schließlich 1996 in Berlin gelandet. Dort habe ich meinen Ehemann kennengelernt, mit dem ich drei Kinder habe: einen „geschenkten“ Sohn (32 Jahre alt), eine Tochter (19 Jahre alt) und einen Sohn (15 Jahre alt). 

Mein berufliches Leben war bisher sehr abwechslungsreich. Ich habe unter anderem als Journalistin, Werbetexterin, PR-Consultant, Prokuristin und Projektleiterin im Messewesen gearbeitet. Der „rote Faden“ bei allen Stationen war immer das Wort. Ich liebe es zu schreiben, Geschichten zu erzählen, Menschen mitzunehmen und unterhaltsam zu informieren.

Medizinische Themen sind mir seit frühester Kindheit vertraut, da ich aus einer großen Arztfamilie komme. Patienten, Diagnosen und Therapien waren fester Bestandteil der Mittagstischunterhaltung und bestimmten die Gespräche auf wirklich jeder Familienfeier – stöhn. Manchmal wurde es mir echt zu viel. Unter dem sogenannten Weißkittelsyndrom leide ich daher nicht, leichter wurde es damit aber auch nicht unbedingt.

*Wow, du hast echt schon viel erlebt und gemacht, Respekt.

Wie heißt dein Blog/Homepage/Social Media-Seite?

Mein Blog heißt Zellenkarussell: „Sie haben Krebs.“ – Zellenkarussell

Der dazu gehörige Podcast nennt sich „Nellas Neuaufnahme – Warum sich Patienten und Ärzte besser verstehen sollten.“ Hier der Link: Podcast: Nellas Neuaufnahme – Zellenkarussell
 
Ich bin auf Facebook gleich zwei Mal vertreten:
1. Mit meiner sogenannten Fanpage; (1) Nellas Zellenkarussell | Facebook
2. Mit meinem Profil: (1) Nellas Zellenkarussell | Facebook

Außerdem findest du mich auf Instagram: Nella | Mindset-Expertin (@zellenkarussell) • Instagram-Fotos und -Videos

Welchen Krebs hast du und wann bekamst du deine Diagnose?

Die Diagnose Non-Hodgkin-Lymphom (also die Krebserkrankung des blutbildenden Systems) erhielt ich am 06.12.2015.

Was waren deine ersten Gedanken nach der Diagnosestellung?

Ich weiß noch genau, dass ich den Oberarzt, der mir offenbarte, dass wir es bei mir entweder mit einer Leukämie oder einem Non-Hodgkin-Lymphom zu tun hätten, gefragt habe, ob es sich da nicht um einen Irrtum handele. Er meine doch nicht wirklich mich, sondern die andere Patientin auf dem Flur. „Das ist doch sicher eine Verwechselung“, hörte ich mich damals sagen. Diese Nachricht war so irreal und so groß!

Gleichzeitig habe ich aber auch sofort gedacht: „Da komme ich wieder raus, ganz klar.“ Denn der 6. Dezember ist nicht nur Nikolaustag, sondern auch der Geburtstag meines Großvaters Nikolaus, der immer ein großes Glückskind war. Daher war ich eben auch absolut davon überzeugt, dass alles gut werden würde. Etwas naiv vielleicht, aber ich sollte Recht behalten. Der Weg dorthin war allerdings sehr viel schwerer als gedacht und von allen Ärztinnen und Ärzten eingeschätzt.

Warum hast du dich entschlossen, einen Blog zu starten bzw. offen darüber zu reden? Und was möchtest du damit erreichen?

Schon während der Therapie und in der Reha war ich Anlaufstelle für Fragen und Tipps. Viele hatten durch die Art, wie ich in der Visite Fragen stellte, den Eindruck, dass ich mich ganz gut schlage und mehr (verständliche) Antworten bekomme als sie selbst. Oft wurde ich gefragt, ob ich nicht die Visite der Bettnachbarin begleiten oder mit ihr die Formulare für die Reha durchgehen kann. Die Sozialarbeiterin auf der Station hatte so viele PatientInnen zu betreuen, dass sie oft gar keine Zeit hatte.

Das musste ich dann aber irgendwann runterfahren, weil es mich zu viel Kraft gekostet hat, die ich ja auch für mich brauchte. Eine aufmerksame Psychoonkologin wies mich einfühlsam zurecht und meinte: „Sie sind auch krank, vergessen Sie das nicht. Sie müssen sich auch um sich selbst kümmern.“ Wahre Worte. Trotzdem habe ich nie vergessen, wie hilflos und verloren viele PatientInnen im Klinikalltag und im gesamten Gesundheitssystem waren.

Ausschlaggebend war dann allerdings eine Begegnung in einer Boutique, die mir brutal vor Augen führte, welchen Vorurteilen, Stigmatisierungen wir KrebspatientInnen ausgesetzt sind. Die ganze Geschichte kannst du in meinem Blog nachlesen. Trotzdem hier ganz kurz: Nach dem sie mein Pflaster am Schlüsselbein als Port-Pflaster erkannt hatte und gleich kombinierte, dass ich Krebspatientin bin, sagte sie: „Na, die Hannelore Elstner hat das schon richtig gemacht. Die hat niemanden belästigt mit ihrem Krebs.“

Ich habe den Laden mit der Bemerkung „Na dann werde ich Sie auch nicht weiter mit meinem Einkauf belästigen“ schleunigst verlassen. Die „Lady“ hat ziemlich blöd geschaut. Noch auf dem Weg nach Hause habe ich damals beschlossen, dass ich „laut“ werden möchte, sagen will, was geht und was nicht. Alles verpackt in gut recherchierte Informationen, die lockerleicht vermittelt werden. Es gibt in meinem Blog beispielsweise ganz bewusst keine Bilder von Infusionsständern, Spritzen und Krankenhausbetten und -fluren.

Respektvoller Umgang und gute Kommunikation waren mir immer schon sehr wichtig. Das wollte ich mit meinem „Zellenkarussell“ aufgreifen und gleich aufklären, was es bedeutet eine Krebsdiagnose zu erhalten. Vor allem zu zeigen, wie wichtig es ist, einander zuzuhören.

Das fängt bei den Ärztinnen und Ärzten, dem Pflegepersonal an, geht über die Angehörigen, die Lieblingsmenschen, die Kollegen und Nachbarn und hört bei uns selbst auf. Denn auch wir müssen lernen, dass diese Erkrankung alle Menschen um uns rum erfasst – besonders die, die uns sehr nahestehen.

Krebs ist eben für alle Neuland.

Was möchtest du Neuerkrankten gerne mit auf ihren Weg geben?

Oh, da gibt es so Vieles.
Ich versuche mich mal auf das aus meiner Sicht wichtigste zu beschränken:

1. Akzeptiere die neue Situation, schaue nicht zurück. Informiere dich gut (evtl. eine Zweitmeinung einholen) und überlege was du selbst tun kannst. Baue dir ein gutes Netzwerk auf. Trenne dich von denen, die, wie Guido Kretschmer von „Shopping Queen“ immer so schön sagt, „Nichts für dich tun.“

2. Gib deine Persönlichkeit nicht an der Anmeldung ab. Die Ärzte sind nicht für alles zuständig. Nur bei dir laufen alle Fäden zusammen, nur du kennst deine gesamte Krankenakte.

3. Du bist mehr als deine Krankenakte! Vergiss das bitte nie. Du bist immer noch ein Mensch mit Träumen, Wünschen, Ideen und Talenten.

4. Igel dich nicht ein, teile dich mit. Niemand kann in deinen Kopf schauen – auch die Ärzte nicht. Wenn du sagst, was du brauchst, wie es dir geht, wo du Schmerzen hast und was du nicht möchtest, können alle um dich herum besser mit dir umgehen. 

5. Nimm dir Auszeiten vom Krebs. Ich weiß, das hört sich komisch an, ist aber wirklich ein zentraler Punkt. Ich habe schnell festgestellt, dass es wichtig ist, „krebsfreie“ Räume und Zeiten zu schaffen. Tue du das bitte auch. Diese Krankheit ist so mächtig, sie darf nicht alles bestimmen.

Und schließlich: Gib dich niemals auf. Niemals.
Der Glaube an dich setzt unglaublich viel Energie frei, die auch deinen Therapieverlauf günstig beeinflussen kann. Gute Gedanken schenken dir mehr Lebensqualität.

Mehr Tipps und Gedanken, gerade wenn deine Diagnose noch ziemlich frisch ist, habe ich in meinem Ratgeber „Warum sagt einem das denn niemand? – Was Krebspatienten alles wissen sollten.“ zusammengestellt. Hier ist der Link zum Inhalt und den Rezensionen: Du brauchst – Meinen „Erste-Hilfe“-Ratgeber – Zellenkarussell


Außerdem gibt es ein Workbook gegen die Angst für dich. Der Titel lautet: „Angst lass nach!“ Ich habe es mit einer Psychologin entwickelt, die mir bei der Auswahl der Techniken beratend zur Seite stand. Du erhältst das kostenlose Exemplar, wenn du dich zu meinem Newsletter „Post von Nella“ anmeldest. Den Link dazu findest du hier: „Post von Nella“ – darauf kannst du dich verlassen – Zellenkarussell.



Ich wünsche die alles, alles Gute und pass gut auf dich auf.

Deine Nella

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Vielen lieben Dank liebe Nella, für die Beantwortung meiner Fragen, du hast uns einen wirklich tollen Einblick geboten. Ich hoffe, dass ihr das Interview mit Nella auch so aufschlussreiche fandet wie ich. Ja und wenn ihr noch weitere Fragen an Nella habt, dann stellt diese doch gerne unter diesem Beitrag.

Mit diesem Interview endet für 2021 die Fragerunde, aber 2022 geht es natürlich damit weiter. Denn man kann nie genau über den miesen Beifahrer berichten. Wie heißt es so schön „sprich über Krebs, nur so nimmst du die Angst aus ihm“. Ein wenig ändern möchte ich dennoch das Erscheinen der Beiträge, so wird es im kommenden Jahr pro Monat einen Krebsi geben, der sich meinen Fragen stellt. Denn ich möchte keinen meiner Leser überfordern. 

Wenn sich nun ein Betroffener angesprochen fühlt, dann melde dich doch einfach per Mail (im Impressum) unter „Krebsi fragt Krebsi“ bei mir.

Ansonsten wünsche ich allen …

Gebt acht auf euch und bleibt gesund.

Grüßle Ela 

Krebsi fragt Krebsi – mit Denise

Krebsi fragt Krebsi

Es geht mal wieder weiter mit meinem Herzensprojekt und dieses durfte ich meine frage der Lieben Denise senden. Lest mal, was sie mir geantwortet hat.

Wer bist du? 

Ich bin Denise, bin (noch) 26 Jahre alt und grade erst nach Rheinland-Pfalz gezogen. Ursprünglich komme ich aus der Stadt die es nicht gibt – Bielefeld.

Wie heißt dein Blog/Homepage/Social Media-Seite?

Mich findet man auf Instagram unter @krankheiten_in_jungen_Jahren, wieso Krankheiten und nicht Krebs? Weil ich auch über meine psychischen Erkrankungen schreibe.

Denise (Foto ©️ Privat)

Welchen Krebs hast du und wann bekamst du deine Diagnose?

Ich habe Schilddrüsenkrebs mit Metastasen in den Lymphknoten, meine Diagnose bekam ich im Mai 2020. Es war ein reiner Zufallsbefund. 

Was waren deine ersten Gedanken nach der Diagnosestellung?

Ich glaube der erste Gedankengang lautete: „Na toll, Krebs. Danke Schicksal, was soll ich denn noch alles bewältigen“

Danach musste ich erstmal mit meiner Mama reden, weil ich das nicht so richtig verarbeiten konnte. 

Warum hast du dich entschlossen, einen Blog/HP zu starten bzw offen darüber zu reden? Und was möchtest du damit erreichen?

Ich denke es ist wichtig und richtig über Krebs offen zu reden – soweit man das kann. Aus meiner Sicht und Erfahrung kann ich sagen, dass grade junge Menschen viel zu wenig aufgeklärt sind. Auch nicht unbedingt zum Arzt gehen und sich regelmäßig checken lassen. Grade weil mein Krebs doch eher seltener ist, fand ich es wichtig darüber zu reden. Zu erzählen, dass es anders behandelt wird – ohne Chemo. Trotzdem drauf aufmerksam zu machen, dass es eben auch Krebs ist. Natürlich ist es auch für mich eine Art Bewältigungsstrategie und eine tolle Möglichkeit um mit anderen in Kontakt zu treten. 

Was möchtest du Neuerkrankten gerne mit auf ihren Weg geben? 

Speziell den Schilddrüsenkrebspatienten möchte ich mit geben, dass sie auf ihr Bauchgefühl hören bei der Medikamenteneinstellung. Unser Körper weiß schon recht gut was gut ist und was nicht. Die Ärzte gehen da manchmal sehr strikt nach Lehrbuch vor. Außerdem nicht den Kopf hängen lassen, wenn die Einstellung doch länger dauert als gesagt wurde. 

Und allen Neuerkrankten möchte ich den Rat geben ruhig Hilfe von außen (Reha, Familie, Freunde) anzunehmen. Auch wenn es schwerfällt, aber einfach mal was abzugeben und sich Zeit für sich zu gönnen, darf man. 

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Vielen lieben Dank für deine Antworten liebe Denise und euch, meine Lieblingsträumer, sage ich ebenfalls danke, dass ihr diesen Beitrag gelesen habt. Besucht die liebe Denise doch einfach mal auf ihrem Instagram-Blog oder stellt ihr doch hier einfach eure Fragen.

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Ihr seid ebenfalls an Krebs erkrankt und ihr redet darüber? Ihr würdet mich gerne bei meinem Projekt unterstützen? Denn schickt mir doch einfach eine Mail (im Impressum) unter „Krebsi fragt Krebsi“ zu.

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Denkt daran, nur wer drüber spricht, kann anderen die Scheu vor diesem miesen Beifahrer „Krebs“ nehmen.

Bleibt gesund und bis demnächst.

Grüßle eure Ela 

Krebsi fragt Krebsi – mit Anett

Krebsi fragt Krebsi

Mein Herzensprojekt geht in die nächste Runde. Auch diesen Krebsi habe ich im Social Media kennengelernt und konnte sie, die liebe Anett, ziemlich schnell für das Interview gewinnen. Doch lest selbst einmal, was sie zu sagen hat.

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Interview mit Anett

Wer bist du? Mein Name ist Anett, ich bin 44 Jahre alt, gelernte Arzthelferin und Mutter eines 18 jährigen Sohnes. Ich lebe zusammen mit meinem Partner im schönen Westsachsen.

Anett Brünnig

Seit meiner Diagnose bin ich zu Hause, arbeite inzwischen stundenweise auf Honorarbasis als virtuelle Assistentin und psychoonkologische Beraterin und kämpfe seit 2019 um eine Erwerbsminderungsrente, weil ich auf dem regulären Arbeitsmarkt nicht mehr eingesetzt werden kann.

Aktuell mache ich einen Onlinekurs zum Meditationsleiter.

Ich gärtner gerne, gehe wandern und hab mich mutig zum Pilgern gegen Krebs angemeldet.

Wie heißt dein Blog/Homepage/Social Media-Seite? Mein Blog heißt „Horst muss sterben* – Leben mit und nach Brustkrebs“

Welchen Krebs hast du und wann bekamst du deine Diagnose? Ich bekam im Juni 2018 die Diagnose invasives Mammakarzinom – Brustkrebs, schnell wachsend und schon über 2cm groß.

Was waren deine ersten Gedanken nach der Diagnosestellung? Als erstes hab ich mir allen Ernstes Sorgen um unseren geplanten Schwedenurlaub gemacht. Ich weiß nicht wie oft ich das während dem Gespräch den Arzt im Brustzentrum gefragt habe. Wir lachen da noch heute drüber und ich hab natürlich dem Arzt ne Postkarte aus Schweden geschrieben.

Dann hatte ich neben Watte eigentlich erst mal die anderen im Kopf.

Wie bring ich das meinem Sohn bei?

Wie werden es meine Eltern verkraften?

Wie lang fall ich jetzt in der Praxis aus?

Ich könnte ja stundenweise arbeiten.

Und morgen sind wir ja zum Geburtstag eingeladen, na klasse.

Die Frau mit der Brustkrebs Diagnose war nicht ich! Ich bin die Arzthelferin, die jetzt alles organisiert.

Aber eins ploppte sofort als Bauchgefühl auf – dann muss die Brust eben ab!

Das dieses Gefühl richtig war, wussten wir dann 1 Jahr später.

Warum hast du dich entschlossen, einen Blog/HP zu starten bzw offen darüber zu reden? Bloggen war mir nicht unbekannt und warum dann nicht über Brustkrebs, über meinen Brustkrebs?

Am Anfang hatte das auch mehr Tagebuch Charakter,  im Laufe der Zeit wurde es informativ,  aufklären und Mut machen.

Und was möchtest du damit erreichen? Einerseits ist es meine Art das Ganze zu verarbeiten. Andererseits wußte ich durch meine Arbeit als Arzthelferin, das Krebs ein Tabuthema ist und mit Klischees behaftet. Das wollte ich ändern und ich wollte auch meinem direktem Umfeld die Angst nehmen und mir auch, wenn ich ganz ehrlich bin.

Jetzt drei Jahre nach der Diagnosestellung möchte ich aufklären, Tips geben, Mut machen und der Welt da draußen zeigen was es bedeutet mit dieser Diagnose,  der Behandlung und ihren Folgen zu leben.

Foto privat

Was möchtest du Neuerkrankten gerne mit auf ihren Weg geben? Verliert nicht den Mut! Ihr dürft traurig,  wütend, frustriert,  enttäuscht oder was auch immer sein, aber verliert nicht den Mut!

Kommuniziert offen! Sprecht oder schreibt darüber, auch über eure Ängste oder das ihr gerade nicht weiter wisst. Euren Familien und Freunden geht es genauso und nur all zu of trauen die sich nicht zu fragen.

Bittet um Hilfe, sucht euch Hilfe und lernt Hilfe anzunehmen!

Ich weiß, das ist nicht einfach. Ich war und bin ein Macher und musste das auch lernen.

Es kommt der Punkt da braucht ihr Hilfe und ich habe oft bemerkt, das es Familie und Freunden gut tut, kleine Aufgaben übernehmen zu können. Einkäufe,  Fahrten zum Arzt, im Haushalt helfen, kochen,  spazieren gehen und so vieles mehr.

Auch Selbsthilfegruppen kann ich da wirklich empfehlen und nicht zu vergessen Fachleute wie psychoonkologische Berater und Psychoonkologen.

DAS LEBEN GEHT WEITER UND ES IST TROTZDEM ODER GERADE DESWEGEN SCHÖN!!!

Ihr werdet nicht alle Tage glatzköpfig und sterbenskrank mit Übelkeit in der Ecke liegen!

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Vielen lieben Dank für deine ehrlichen und wundervollen Antworten liebe Anett.

Wer von meinen Lesern nun gerne mehr wissen möchte von Anett, dann kommentiert einfach unter diesem Beitrag. Anett und ich würden uns sehr darüber freuen. Und denkt daran, auch wenn wir Krebs haben, wir beißen niemanden, der uns was fragt.

GEBT ACHT AUF EUCH!!!

Grüßle eure Ela 

Krebsi fragt Krebsi – mit Antje

Krebsi fragt Krebsi

Es geht mal wieder mit meinem Herzensanliegen „Krebsi fragt Krebsi“ weiter und dieses Mal durfte ich eine für mich sehr wichtige Person interviewen. Die süße Antje. Ganz am Anfang meier Diagnose, was sie die Person, die mich aufgefangen hat. Ich konnte, und kann noch, stets mit all meinen Fragen und Sorgen bezüglich meiner Erkrankung kommen und dafür bin ich ihr unendlich dankbar. Doch lest einfach selbst einmal, was Antje mir geantwortet hat.

Wer bist du?

Eines vorweg…Michaela hat gesagt ich darf so viel erzählen wie ich will J …ob das gut ist, wird man sehen…

Also, ich bin Antje…ich komme aus Bremen und geh mittlerweile auf die 50 zu…ich kann sie quasi schon am Horizont erahnen und ein bisschen erkennen…

Foto © Antje C.

Ich bin Stationspflegeleitung auf einer gynäkologischen Station und in meiner Freizeit bin ich vielseitig unterwegs…zum Beispiel  blogge ich über mein Leben, Musik und Bücher…

über das Schreiben habe ich gelernt meine Gedanken in die Welt zu lassen…sie mir von der Seele zu nehmen…

Ich zeichne sehr gerne – habe vor 2 Jahren für mich dabei Sketchnote entdeckt…seit dem sketchnote ich fast jeden Tag irgendetwas aus meinem Alltag oder aus einem Buch, das ich gerade lese oder Musik, die ich höre und die mich berührt…

Ich lese für mein Leben gern…am liebsten abends im Dunkeln…so entstand dann auch mein Blog „www.LesenimDunkeln.de“…

Titelbild von Antjes Blog #fack.ju.krebs

Mit meinem Mann, meinem Sohn und meinem Vater habe ich seit letztem Jahr eine Parzelle – auch darüber gibt es viel zu berichten…da teilen mein Mann und ich uns den Blog „www.punk-gemuese.de“…

Ich geh gern wandern und auf Konzerte – wenn Corona es wieder zulässt…am liebsten verbringe ich meine freie Zeit aber mit meinem Mann – meinem Seelenmenschen…meinem Komplizen…besten Freund…Liebhaber…Ehemann…Vater meines Sohnes…und da ist dann schon fast egal was wir machen…manchmal einfach nur schweigen…manchmal bis spät in die Nacht reden – über Gott und die Welt…manchmal Geschichten zusammen spinnen die nie jemand außer uns hören wird…

Wie heißt dein Blog/Homepage/Social Media-Seite?

Der Blog mit dem alles begann und ich mein altes Leben hinter mir ließ, heißt, wie sollte es anders sein, FACKJUKREBS

Hier geht es um meine Erkrankung und Therapie…um meine Gefühle…um Gedanken, die die Erkrankung mit sich brachte und immer noch bringt…

begonnen hat das damals auf einer Facebookseite mit dem Namen „Therapie-Tagebuch“…

genau das war es nämlich…mein Tagebuch…meine Gedanken…irgendwann reichte mir das nicht mehr aus und mein Mann musste mir einen Blog basteln…

wer Lust hat kann mich dort gern besuchen, auch wenn es mittlerweile ruhiger geworden ist, freu ich mich immer über neue Leute…

www.fackjukrebs.de

oder

www.facebook.com/tagebuchac

Welchen Krebs hast du und wann bekamst du deine Diagnose?

Ich habe Brustkrebs…Hormonrezeptor positiv…

Heißt mein Krebs wurde gefüttert von den Östrogenen meines Körpers…

Meine Diagnose bekam ich Anfang April 2015 – genauer gesagt am 10.04.2015…

Festgestellt hatte ich meinen Knoten allerdings schon am 04.04. – Ostersamstag…einfach so nach dem duschen…beim eincremen…

hä? was war‘n das?…noch mal drüber gegangen…Blutleere im Kopf…scheiße…die Brust sieht auch anders aus…

Das kann nicht sein…was mach ich denn jetzt?

Krebs ist kein Notfall (bekam auch ich von einer Ärztin zuhören) – das kann man aber auch nur von sich geben, wenn man auf der anderen Seite des Tisches sitzt…ich fühlte mich definitiv wie ein Notfall…ich hatte das Gefühl, das hier ein Angriff auf mein Leben gestartet wird…und keiner kann mir helfen…ich muss noch drei Tage warten, bis mir ein Arzt weiterhelfen kann…

Collage ©️ Antje C.

Was waren deine ersten Gedanken nach der Diagnosestellung?

Meine ersten Gedanken weiss ich noch sehr genau…die Zeit bis ich aber meinen Befund bekam, war ein stätiges auf und ab…

der Ultraschall gar nicht so schlimm…

die Mammographie komplett ohne Befund…hätte es nicht diesen Tastbefund gegeben, wären die Bilder als unauffällig durchgegangen…

als ich meine Stanze bekam, sagte die Ärzte „bleib mal ganz ruhig…das Material sieht erstmal okay aus…das kennen wir auch anders“…

für mich war zu diesem Zeitpunkt aber schon klar, was das alles bedeutet…ich bin Krankenschwester, in der Gynäkologie…

einen Monat vorher hatte ich gerade meine Prüfung in der Weiterbildung „Breast Nurse – Fachkrankenschwester für Brusterkrankungen“ abgelegt…mein Thema war „die Brustselbstuntersuchung“…

tja hat geklappt würde ich sagen…der getastete Befund hatte eine Größe von 7 mm…

aber ich schweife ab…

man muss wissen, ich habe mich damals in die Hände meiner Ärzte begeben und auch behandeln lassen…mit denen ich auch sonst zusammen arbeite…somit war ich mit diesen Leuten auch auf DU…sie sind in gewisser Weise mein Zuhause…und genau das hat mir auch gut getan…kein anonymer Fall zu sein…

da mein Mann damals gerade einen neuen Job angefangen hatte, wollte ich nicht das er mich zu den Untersuchungen begleitet…dafür war eine meiner besten Freundinnen an meiner Seite…

als wir an diesem Freitag in die Ambulanz kamen um das Ergebnis der Stanze zu erfahren, war das sehr interessant…zumindest im Nachblick…es war gefühlt viel leiser…keiner vom Personal war zu sehen…

dann kam die Ärztin und nahm uns mit…in ihrer Hand hielt sie eine stationäre Akte…mein Gedanke? „oh sie hat sich schon mal gleich die Akte vom nächsten Patienten mitgenommen“…dann sitzt sie uns gegenüber und sagt als erstes „es tut mir so leid“…

ich höre den Satz und schaue einfach stumpf an ihr vorbei aus dem Fenster…meine Freundin greift meine Hand…da draußen vor dem Fenster steht ein Chirurg und raucht…mein Gedanke? „warum seh ich den eigentlich immer nur rauchen?“ 

und dann? Als hätte es einen Knall gegeben, hatte ich ganz plötzlich das Gefühl „ich sitze im falschen Zug…das hier ist nicht mein Zug…ich muss hier raus…ganz schnell“…ich bin an diesem Tag in ein tiefes schwarzes Loch gefallen…allein hätte ich da niemals wieder raus gefunden…und ich bin froh das viele Menschen ganz spontan da waren und für mich Hoffnung hatten, die ich selbst nicht aufbringen konnte…

heute weiß ich, es war alles richtig damals…es war mein Zug…und es war auch mein Koffer, der neben mir stand…manchmal hilft mir jemand ein bisschen beim tragen…aber es wird immer mein Koffer bleiben…und auch mein Zug…

bis ich an diesen Punkt kommen konnte, verging aber sehr viel Zeit…viele Tränen flossen…viele Lach- und Sorgenfalten wurden gebildet…

Warum hast du dich entschlossen, einen Blog/HP zu starten bzw offen darüber zu reden? Und was möchtest du damit erreichen?

Mit meiner Diagnose hatte ich erst das Gefühl allein zu sein…niemanden zur Last fallen zu wollen…mich verkriechen und schweigen…aber das ist Blödsinn…diese Erkrankung befällt nicht nur dich…sie befällt dein ganzes Umfeld…deinen Freundeskreis…deine Familie…deinen Partner…deine Kinder…die Arbeit…Bekannte…einfach alle die mit dir zu tun haben…meine eine Freundin sagt immer „so ein bisschen habe auch ich Krebs gehabt“…und jeder hängt mit seinen eigenen Gedanken herum…keiner mag seine Ängste klar äußern…sind sie doch sehr verschieden…mein Mann hatte Angst das ich sterbe…er hat sich vor allem auch Gedanken darüber gemacht wie er mit unserem Sohn allein klar kommen wird…ob es finanziell alles klappt…ich hatte Angst meinen Mann und meinen Sohn verlassen zu müssen…“vergessen zu werden“…ich wollt den beiden doch noch so lange auf den Geist gehen…

Der Blog war erst nur mein Ventil…das was ich nicht aussprechen konnte, konnte ich aber schreiben…und wenn ich Freunde traf, dann wollte ich nicht immer beantworten wie es mir auf Grund der Krebserkrankung geht – ich wollte darauf nicht reduziert werden…ich wollte über das Leben reden…über die schönen Dinge…also bekamen sie alle den Link zu meinem Blog und die Aufforderung doch einfach dort zu lesen, wenn sie wissen wollten wie es gerade mit der Therapie aussieht…das hat gut funktioniert…

Leute die mich besuchten, erzählten mir einfach aus ihrem Leben…sehr selten hatte der Krebs eine große Rolle darin gespielt…nach und nach fanden aber auch andere Brustkrebserkrankte ihren Weg auf meinen Blog…sie sprachen mir Mut zu…holten sich selbst aber auch eine Portion Mut bei mir ab…es wurde ein Nehmen und Geben daraus…und das tat gut und tut es noch heute…und, ich war definitiv nicht allein…ich lernte über den Blog mich immer wieder auf das Positive zu konzentrieren…im Netz findet man leider halt oftmals nur negatives…Menschen denen es nicht gut geht, die aber auch kein Licht sehen wollen…die du mit positiven Worten nicht erreichen kannst…davon wollte ich mich distanzieren…die taten mir einfach nicht gut…alles Doofe hat auch immer etwas positives…nicht immer sofort erkennbar…aber trotzdem da…und das galt es für mich zu entdecken…es gibt von mir mehr lachende als weinende Fotos aus dieser Zeit…mein Sohn hat immer Bilder gemalt mit lächelnden Gesichtern…immer mich zwischen ihn und seinem Vater…das hat mir gezeigt, wie auch er mich mit seinen 6 Jahren wahr nimmt – lächelnd, aber Schutz und Halt suchend…

Zeichnung © Sohn von Antje C.

Um auf die Ausgangsfrage zurück zu kommen – mein Blog soll anderen Menschen Mut machen…sie nicht die Hoffnung verlieren lassen…Brustkrebs zählt zu dem chronischen Erkrankungen…egal wie gut oder schlecht deine Prognose ist…es wird dich dein restliches Leben begleiten…manchmal nur still und leise…manchmal in Form von Angst…oder auch von Schmerzen…

Was möchtest du Neuerkrankten gerne mit auf ihren Weg geben?

Such die Menschen die dir gut tun…meide die anderen… vertraue auf dich und deine Gefühle – du weißt am besten was gut für dich ist…und wenn die Angst kommt, dann versuch sie zuzulassen…schick sie dann aber auch weiter…das ist nicht einfach…das weiß ich selber…ich hatte einen schönen Spruch den ich mir auch heute noch in Erinnerung rufe, wenn die Angst mal wieder übermächtig wird

„Wenn wir uns ständig Sorgen machen, fallen wir einzig und allein unseren Fantasien zum Opfer und sind unfähig zu handeln, weil es eben Fantasien und nicht Tatsachen sind, die uns bedrohen.“

Seit damals ist nichts mehr wie es wahr…ich habe 5 Jahre gebraucht um die Worte einer Psychologin zu verstehen, die von einer „Posttraumatischen Belastungsstörung“ sprach…aber, in meinem heutigen Leben 2.0 wäre nichts wie es ist, wenn es damals nicht gewesen wäre wie es war…mein Leben ist schön…ich liebe es…und ich lebe es mit all meinen Sinnen…und all seinen Facetten…

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Liebe Antje, vielen lieben Dank für deine ausführlichen Antworten und den Einblick in deiner Krebserkrankung und wie du damit umgehst. Auch Danke ich dir persönlich vielmals, dass du stets ein offenes Ohr für mich hast. Bleib wie du bist, ich hab dich lieb.

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Ich hoffe, dass ihr anderen das Interview interessant und informativ fandet. Ist vielleicht ein weiterer Krebsi hier gelandet und hätte Lust sich meinen Fragen zu stellen? Dann schreibt mich einfach per Mail (im Impressum) an.

Bleibt alle gesund bzw werdet es schnell wieder.

Grüßle eure Ela 

Krebsi fragt Krebsi – mit Astrid

Krebsi fragt Krebsi

Es ist wieder soweit und ich konnte wieder einen Krebsi gewinnen, der mir bei meinem Herzensprojekt hilft. Ich möchte ja damit erreichen, dass niemand mehr angst vor dem Thema Krebs hat und auch uns Krebsis darauf anspricht.

Dieses Mal konnte ich wieder eine meiner lieben Autorinnen gewinnen und zwar die liebe Astrid Hannemann. Eines ihrer Bücher (Link) habe ich vor einigen Jahren hier vorgestellt, ja und als ich die Diagnose bekam, war auch sie eine der ersten, die mir ihre Hilfe im Umgang damit anbot und heute nun ist sie auch bei meinem Projekt dabei.

Ich habe ihr, wie den anderen bisher auch schon, meine Fragen stellen dürfen und nun lest einfach mal, was sie zu erzählen hat.

Wer bist du?

Fotos ©️ Astrid Hannemann

Ich bin Astrid, im August 1960 geboren, somit unverwüstliche 60 Lenze alt und seit letzten Herbst im Vorruhestand. Was ich ausgiebig genieße.

Wie heißt dein Blog/Homepage/Social Media-Seite?

Einen Blog oder Homepage habe ich bisher nicht, nur eine Facebook-Gruppe, die sich aber mit meinen Romanen beschäftigt und nichts mit Krankheiten zu tun hat..

Welchen Krebs hast du und wann bekamst du deine Diagnose?

Im September 2012 während einer Vorsorge Untersuchung wurde  bei mir  ein Knoten in der Brust festgestellt, worauf hin meine Ärztin mich zu einer Biopsie schickte.

Das Ergebnis war dann leider positiv. Zu meinem Glück ist aber nach der Behandlung bisher nichts Neues aufgetreten.

Was waren deine ersten Gedanken nach der Diagnosestellung?

Nach der Diagnose hab ich erstmal gar nicht groß drüber nachgedacht. Okay, ich hab Krebs. Haben tausende andere auch. Und jetzt werden einige lachen und die anderen den Kopf schütteln:

Ich bin als erstes zum Chinesen und hab mir ein ausgiebiges Mittagessen im Restaurant gegönnt. Dann bin ich zu Schwester und Schwager (meine Schwester arbeitet in einem medizinischen Beruf und konnte das fachchinesisch für alle besser deuten). Ich glaube, alle Verwandten waren betroffener als ich selbst. Nachdem es sich rum gesprochen hatte, kamen Kommentare wie: „Ach du Arme! Wie schrecklich, was machst du denn jetzt? Ich würde nur in der Ecke sitzen und heulen. Und Chemo, dann fallen dir doch alle Haare aus! Ausgerechnet du!“

Also, das war nun mein geringstes Problem. Haare wachsen auch wieder. Rum heulen hat mich noch nie vorwärts gebracht. Und warum ich NICHT? So besonders bin ich nicht, dass ich von allen Krankheiten verschont bleiben sollte. Augen zu und durch! Was keine Miete zahlt fliegt raus.

Natürlich war die Chemo eine ziemliche Plagerei. So viele Krebs Varianten es gibt, so viele Chemos gibt es auch. Trotz Mitteln gegen die Übelkeit war mir ständig schlecht. Alles hat nach Seife geschmeckt, ich war schlapp wie ein alter Hering. Ich bin 10 Schritte mit dem Hund raus und habe mich danach gefühlt als hätte ich einen Berg bestiegen. Und von der Bestrahlung danach hatte ich einen fetten Sonnenbrand unter dem Arm. Aber nie bin ich auf den Gedanken gekommen, die Krankheit über mich herrschen zu lassen!

Beim Frisör hab ich rigoros die Haare militärisch kurz abrasieren lassen – zu dem Zeitpunkt konnte ich die schon bündelweise vom Kopf nehmen – und mir zwei Perücken über die Krankenkasse ausgesucht. Meine Frisörin hat geheult. Wäre es nicht Winter gewesen, ich wäre ohne Perücke gegangen. Auf Fragen habe ich wahrheitsgemäß geantwortet aber ich wollte nie bemitleidet werden.

Ganz wichtig ist positive Unterstützung der Familie. Ich hab ne tolle Schwester und Schwager, liebe Freunde und eine tolle Gemeinde um mich herum. Die mich oft besucht haben, für mich eingekauft, mal was geputzt wenn ich nicht konnte. Und ich war immer ganz sicher der Tod ist nicht das Ende von Allem, nur eine Tür. Es geht danach weiter. Wenn es mich derart treffen würde dann ist das eben so.

Nach so einer Erkrankung sieht man aber die Welt doch aus einem anderen Blickwinkel. Hat ein besseres Auge und mehr Sensibilität für kranke Menschen. Man geht immer mit einem mulmigen Gefühl zur Kontrolle. Und ist sehr erleichtert wenn alles gut ist.

Warum hast du dich entschlossen, einen Blog/HP zu starten bzw offen darüber zu reden? Und was möchtest du damit erreichen?

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Was möchtest du Neuerkrankten gerne mit auf ihren Weg geben?

Zum guten Schluss:

Gebt euch selbst nicht auf! Denkt positiv! Unterstützt eure natürlichen Selbstheilungskräfte. Ich würde heute keine Chemo mehr machen lassen ( die richtet zu viel Schaden an) sondern neben einer Bestrahlung mehr auf die Natur vertrauen.

Lasst die Krankheit nicht euer Leben bestimmen! Das ist nicht immer einfach aber machbar. Sprecht offen darüber und versteckt euch nicht. Auch das hilft.

Und: Wer mag, darf sich gerne bei Gelegenheit mal mit mir unterhalten.

Ich arbeite derzeit am neuen Roman und freue mich schon auf die Veröffentlichung. Und ich gedenke noch viele Weitere zu schreiben!

In diesem Sinne!

Bleibt stark und gesund.

Eure Astrid

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Liebe Astrid, vielen lieben Dank für deine wundervollen Antworten und deinen Einblick in deine Krankengeschichte.

Wenn nun ein weiterer Krebsi Lust hat sich meinen Fragen zu stellen, so schreibt mich einfach per Mail (im Impressum) an.

Meinen Lesern möchte ich mit auf den Weg geben, geht offen mit dem Thema um und sprecht die Betroffenen ruhig an, wenn es nicht gewollt ist, dann werden sie es schon sagen. Im allgemeinen, wollen wir ganz normal behandelt werden und nicht mit Samthandschuhen.

In diesem Sinne, bleibt gesund und achtet auf euch und euren Körper.

Grüßle eure Ela 

Krebsi fragt Krebsi – mit Patzi

Krebsi fragt Krebsi

Und endlich darf ich euch wieder einen Krebsi vorstellen, der mir bei meiner Mission ein besseren Umgang mit Krebspatienten, hilft. Für meine Aktion „Krebsi fragt Krebsi“ konnte ich dieses Mal eine liebe FB-Freundin gewinnen, die ich eigentlich durch eine Buchgruppe dort kennen gelernt habe und durch einige wundervolle und sehr intensive Gespräche haben wir festgestellt, dass wir beide leider diesen miesen Beifahrer haben/hatten. Ja und da lang es nahe, dass ich sie einfach fragte, ob sie bei meiner Blogaktion mitmachen würde und deshalb könnt ihr nun hier mein Interview mit meiner süßen Patzi lesen. Viel Spaß dabei!

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Wer bist du?

Mein Name ist Patricia oder auch Patzi Metzger, bin 51 Jahre und wohne im Rhein-Main-Gebiet. 

Patzi

Wie heißt dein Blog/Homepage/Social Media-Seite?

Die meisten kennen mich unter meinem Autorennamen Sandrine Dupont. Auf Facebook und Instagram findet ihr mich unter diesem Namen. Oder auf meiner Homepage (www.sandrinedupont.de

Welchen Krebs hast du und wann bekamst du deine Diagnose?

Ich habe Ende Februar 2015 die Diagnose invasiv-luboläres Mama-Carzinom bekommen, also Brustkrebs. Diese Krebsform ist recht selten und verbreitet sich schnell im befallenen Gewebe. Der Tumor mit dem gesamten Drüsengewebe und Warzenhof/Nippel wurde dann Mitte April 2015 entfernt. Dann folgte im heißesten Sommer des Jahrzehnts die 28 Bestrahlungen und im Februar 2016 der Wiederaufbau mit Gewebeentnahme aus der Bauchdecke.

Was waren deine ersten Gedanken nach der Diagnosestellung?

Mein erster Gedanke war keiner. Der zweite: „Warum ich?“ Ich bin im Jahr 2008 sehr schwer an der Leber erkrankt und hätte die OP*s im Jahr 2009 fast nicht überlebt. Und dann Krebs? Was wollte mir das Schicksal damit sagen? Für mich brach eine Welt zusammen. Und auch meine gesamte Familie litt sehr. 

Warum hast du dich entschlossen, einen Blog zu starten bzw offen darüber zu reden? Und was möchtest du damit erreichen?

Mir ist es wichtig zu zeigen, dass wir Betroffenen uns nicht verstecken müssen oder nicht über unsere Erkrankung reden dürfen. Ja, es ist schwer zu ertragen, für uns und auch für unsere Freunde und Familienangehörigen. Aber es ist NICHTS, was totgeschwiegen werden muss. Es ist nicht unsere Schuld, daran erkrankt zu sein. Wir wurden nicht gefragt, ob wir diesen Krebs wollen oder ob es uns grad passt, dass unser Leben nie wieder so sein wird wie es mal war. Wir müssen die Öffentlichkeit aufrütteln und um Verständnis bitten. Denn diese Erkrankung verändert alles. Und wir brauchen die Hilfe aller Menschen in unserem Umfeld. Nicht nur fürs Zuhören, sondern auch durch tatkräftige Unterstützung. Fragt nicht, wie kann ich helfen, sondern kommt vorbei und übernehmt einen Teil unserer Hausarbeit zum Beispiel. Der Zusammenhalt ist so wichtig. Ich hatte diese Unterstützung zum Glück. 

Was möchtest du Neuerkrankten gerne mit auf ihren Weg geben?

Versteckt euch nicht. Schämt euch nicht dafür, Hilfe zu brauchen und nehmt sie an, wenn sie angeboten wird. Denn nur, wenn wir uns gegenseitig unterstützen, können wir das schaffen. Ihr seid nicht allein mit eurem Schicksal. Sucht euch Helfer, für den Alltag und auch sonst. Niemand muss das allein ertragen. 

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Vielen lieben Dank Patzi, für das wundervolle und aufschlussreiche Interview. Ich hoffe, dass damit auch jeder, der diesen Beitrag nun liest, weiß, dass wir eben darüber reden. Krebs sollte niemals totgeschwiegen werden. 

An all jene, die selbst davon betroffen sind und Interesse haben ebenfalls ihre/seine Geschichte bei mir zu erzählen, schreibt mich doch einfach mal per Mail (steht im Impressum) an. 

Bis zum nächsten Interview und bleibt bzw werdet gesund!

Grüßle eure Ela